Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Kanzem – Natur pur auf der Saarinsel

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Der Februar neigt sich dem Ende und endlich scheint einmal am Wochenende die Sonne – höchste Zeit also, in die Saison 2016 zu starten! Zum lockeren Start ins Jahr habe ich mir eine nicht sehr anspruchsvolle aber sehr schöne Strecke rund um Kanzem ausgesucht.

Im Rahmen des Saarausbaus und den dadurch geschaffenen Abkürzungskanal der Saar-Schiffahrts-Straße ist hier eine Insel entstanden, deren Hauptort Kanzem am flachen Ufer direkt am Fluss liegt.Von “oben”, also bei meinen Wanderungen rund um den Galgenberg (zum Beispiel HIER oder HIER), habe ich Kanzem und die Saarinsel ja schon oft gesehen ((HIER noch ein Panoramabild von Januar). Nun wurde es Zeit, dieses Kleinod einmal näher zu entdecken …

  • Rundwanderung auf der Kanzemer Saarinsel
  • teilweise über den Lehrpfad “Naturspur am Altarm der Saar
  • Länge: 10 – 12 km (je nach “Abstecher” entlang des Wegs)
  • ca. 70 % des Wegs Asphalt (geschätzt!), ansonsten Wald- und Wirtschaftswege
  • Sehenswert: Natur, schöne Aussichten entlang des Wegs, “Steine am Fluß” Skulptur, Philosophischer Friedhofsgarten, Staustufe Kanzem, Weingut von Othegraven
  • Ähnliche Strecke als GPS Download  HIER

Die Anfahrt erfolgt sehr zügig über Konz (von Trier aus auf der B51 an der Mosel entlang Richtung Luxemburg fahren – am Möbel Martin vorbei – dann rechts abbiegen Richtung Konz-Filzen, bis zum Kreisverkehr, im Kreisverkehr geradeaus nach Kanzem).

Von Konz aus sind es dann gerade mal gute 5 Minute und schon ist man da. Vor der Brücke, die rechts nach Kanzem hineinführt biege ich scharf links ab und parke am „Bahnhof“ (es ist eigentlich nur ein Fahrkartenschalter) von Kanzem.

Es ist ein herrlich sonniger Wintertag, aber dank eines kräftigen Nordost-Winds knackig kalt. Vom Parkplatz aus gehe ich über die Brücke und bekomme von dort aus einen ersten Eindruck von Kanzem und der Umgebung.

Hinter der Brücke geht es direkt nach links in die Kirchstraße und nach wenigen Metern nochmals links, hinunter zur Saar Richtung „Dorfbrunnen“. Früher war dies der Waschplatz für die Kanzemer Bevölkerung, heute werden hier kleine Feste gefeiert.

Dorfbrunnen Kanzem

Der Weg führt nun idyllisch am Altarm der Saar entlang.

Durch die jetzt im Februar noch kahlen Bäume kann man von der Flußseite aus einen schönen Blick auf das Weingut von Othegraven (das Weingut des Fernsehmoderators Günther Jauch) werfen. Im Sommer schützt der schöne Park mit jahrhundertealtem Baumbestand vor neugierigen Blicken.
Hinter dem Weingut beginnt direkt die Steillage des Gutes, der Kanzemer Altenberg.

Weingut von Othegraven, Kanzem

Noch ein paar Meter weiter gehe ich am Flussufer entlang, dann führt rechts eine Treppe hinauf zum Philosophischen Friedhofsgarten (nicht beschildert!) mit seinen vier Teilgärten „Werden“,“Sein“, „Abschiednehmen“ und „Paradies“ sowie einem Lichtpavillon aus Stahl und Glasmalerei.

Jetzt, im Winter, liegt der Garten recht kahl da, aber der Pavillion mit seinen kleinen Glasbildern ist sehr hübsch anzusehen. Der Platz für die Bilder kann von den Angehörigen der Verstorbenen erworben und somit an die Toten erinnert werden.

Ich verlasse den Friedhofsgarten nach links, gehe bis zu den letzten Häusern von Kanzem und biege dann nach rechts ab. Nun folge ich eine Weile dem  landschaftsökologische Lehrpfad „Naturspur am Altarm der Saar“ .

Der naturbelassene Altarm der Saar bildet zusammen mit einigen ehemaligen Kiesgruben ein zusammen hängendes Naturschutzgebiet. Der Lehrpfad „Naturspur am Altarm der Saar“ beschäftigt sich mit den historischen und ökologischen Aspekten der Themenbereiche „Das Dorf“, „Der Fluss“, „Der Wald“ und „Die Kiesgruben“. Mehr zu dem Projekt HIER

Über flaches Gelände und Streuobstwiesen, die im Frühling sicher herrlich blühen, komme ich langsam auf die östliche Seite der kleinen Insel. Zu meiner Linken kann ich sehr gut die Steinskulptur “Passagio Animato“auf dem Galgenberg sowie das Galgenberg-Gipfelkreuz erkennen.

Galgenberg mit Steinskulptur „Passagio Animato“ + Gipfelkreuz (zum Vergrößern aufs Bild klicken!)

Weiter gehts nach links ins Naturschutzgebiet hinein. Der Weg führt nun über weichen Wirtschaftsweg moderat bergauf Richtung Waldgebiet und Südspitze der Insel. Durch die unbelaubten Bäume und Sträucher blinkelt immer wieder der Altarm der Saar, langsam kommen die ersten Häuser von Wiltingen in Sicht.

Je höher und weiter man um die Insel herumkommt, desto beeindruckender wird die Aussicht.

Schöner Blick auf Wiltingen mit „Saardom“ und den dahinter liegenden Weinbergen

Blick zurück nach Norden mit Kanzem & Altenberg in der Ferne

Saarinsel mit Kanzem & Altenberg

Immer weiter hinauf gehe ich Richtung Südspitze, vorbei an den Steillagen des Kanzemer Weinanbaus, immer am Rand des Mischwaldes entlang, der die Kanzemer Saarinsel nach oben abschliesst – und in dem einem tatsächlich Rehe begegnen (leider zu schnell für meine Kamera)!

Auf der Höhe lädt ein schöner Rastplatz mit Weitblick zum Verweilen ein.

Weiter Blick auf Wiltingen bis nach Oberemmel und die Pellinger Höhe

Auf der Südseite im Gegenlicht der hoch stehenden Mittagssonne ein schöner Blick auf die Saar bis weit ins Saarburger Land.

Richtung Westen ein Blick auf Wawern

Wawern

Nochmal ein schöner Blick auf die Weinterrassen der Saarinsel

Über einen serpentinenartigen Weg gehe ich hinab Richtung Kanzemer Staustufe. Hier fließt der Altarm wieder in die begradigte Saar.

Staustufe mit dem Örtchen Hamm

Westlich der Schleuse erhebt sich der Wehrberg. Wer möchte, kann von hier aus noch einen kurzen Abstecher  hinauf machen. Dafür kurz über die Brücke gehen, (Achtung! Ein paar Meter gehts direkt am Straßenrand entlang) dann nach rechts abbiegen, den Wehrberg hinauf.
Das letzte Stück des Wegs ist unbefestigt und steil, hier muss jeder selber entscheiden, ob er den Aufstieg (und den Abstieg!) wagt …

Von oben hat man nochmals eine schöne Aussicht über die ganze Saarinsel bis nach Konz

Blick auf die Saarinsel Kanzem ganz rechts: die begradigte Saar, in der Mitte die Saarinsel mit Kanzem und dem Altarm der Saar links: Zusammenfluß von Altarm + begradigter Saar bei Hamm, im Hintergrund Konz

Ich verzichte auf das letzte Stück des Wegs. Der eisige Wind fegt mir jetzt schon fast die Kamera aus der Hand und meine Augen tränen … Also lieber wieder schnell zurück, hinunter zur Staustufe.

Staustufe Kanzem

Wer interessiert ist, kann sich jetzt die Schleuse noch etwas näher anschauen.

Ich folge jetzt wieder dem „Naturspur“ Weg über Wiesen bis hinunter an den Altarm der Saar und gehe gemütlich am Ufer entlang.
Im  August/ September 2007 fand ein Bildhauersymposium in den Gemeinden Konz und Kanzem statt, an dem internationale Künstler teilgenommen haben.

Das Ergebnis ist „Steine am Fluss“ – Skulpturen und Plastiken im öffentlichen Raum von Mosel und Saar. Nach den Skulpturen auf den Galgenberg und am Ölmühlenwanderweg Niedermennig entdecke ich hier am Altarm der Saar nun eine weitere Skulptur des Niederländers Tom Kalle „Tulp uit Amsterdam“ (-> eine Übersetzung kann ich mir wohl sparen …)

„Tulp uit Amsterdam“ mit Altenberg & ehem. Priesterseminar (heute in Privatbesitz)

Skulptur des Niederländers Tom Kalle „Tulp uit Amsterdam“

Auf der anderen Seite des Flusses kann ich nun schon den „Bahnhof“ sehen. Durch den Ort geht es zurück zum Parkplatz.

Bevor ich wieder nach Hause gefahren bin habe ich noch einen kleinen Abstecher zum Weingut von Othegraven gemacht.

Weingut von Othegraven

Auf dem Altenberg kann man im übrigen auch sehr schön wandern. Oberhalb des ehem. Priesterseminars gehts ca. 500 Stufen eine Weinbergstreppe hinauf …. vielleicht ein anderes Mal …

FAZIT:

Ein schöner, entspannter Rundweg, auch für ungeübte Wanderer und für den Winter geeignet, da überwiegend Asphalt oder breite Wirtschaftswege und keine großen Höhenunterschiede. Dazu gibt es unterwegs noch einiges zu sehen. Ein perfekter Start in die Saison!

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

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