Unterwegs im Trierer Land

Wandern an Obermosel, Saar & Ruwer

„Die Teuflische Acht“ – Teufelsschlucht & Irreler Wasserfälle

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Seltsame Zeiten auch für Dinos ….

Trotz (oder vielleicht gerade wegen) „Corona-Zeiten“ habe ich mir für heute die Traumschleife „Teuflische Acht“ vorgenommen – normalerweise ein Hauptanziehungspunkt für Touristen, denn die wie eine 8 geformte Strecke führt vorbei an zwei der bekanntesten Naturdenkmälern der Südeifel: Der Teufelsschlucht und den Irreler Wasserfällen …

    • Rundwanderweg „Die teuflische Acht“
    • Weg: Waldwege, Schluchten- und Felswege
    • Länge: ca. 8 km
    • Schwierigkeitsgrad: schwer
    • Höhepunkte: Teufelsschlucht, Irreler Wasserfälle, Weg entlang des naturnahen Hälbachs
    • Audiotour Teufelsschlucht als Download: Teufelsschlucht-App
    • Mehr Infos auf der Teufelsschlucht-Website: www.teufelsschlucht.de
    • GPS Download HIER (gps-tour.info) oder HIER  (alltrails.com)

Ohne größere Probleme erreiche ich den großen Parkplatz in der Nähe des Naturparkzentrums Teufelsschlucht, der an diesem frühen, noch sehr nebligen Morgen nur spärlich belegt ist. Ein schöner, bequemer Fußweg führt dann direkt vom Parkplatz durch den Wald zum Teufelsschlucht-Gelände und nach wenigen Gehminuten erreiche ich das Naturparkzentrum Teufelsschlucht, dass zu dieser frühen Stunde noch ruhig daliegt.

Rund um das Naturparkzentrum gibt es ein großes Wanderwegenetz, da kann sich jeder den für ihn geeigneten Weg raussuchen. Am besten auf der Seite der Teufelsschlucht nachschauen, welcher Weg für einen selbst der beste ist.

Die Wanderwege sind Teil des Deutsch-Luxemburgischen Naturparks (NaturWanderPark delux) und gehören zum Naturpark Südeifel – dieses Gebiet kennt ihr ja schon von meinen anderen Wanderungen in dieser Gegend, zum Beispiel auf dem Deutsch-Luxemburgischen Felsenweg oder vor gar nicht so langer Zeit die Kalksandsteintour .

Im Naturparkzentrum Teufelsschlucht kann man zum Gebiet und seinen Wanderwegen weitere Informationen erhalten, außerdem Ausstellungen besuchen und z. B. eine Wildkräuterwerkstatt, eine Imkerei oder den sehr beliebten Dinosaurierpark besichtigen.

Ich habe mich für die „Teuflische 8“ entschieden, muss aber dazu sagen, dass ich keine „Schleife“ gelaufen bin sondern nach der Teufelsschlucht direkt zu den Irreler Wasserfällen gelangt bin – was der Schönheit des Wegs aber keinen Abbruch getan hat.

Aber von Anfang an …

Über die Website www.teufelsschlucht.de habe ich mir vorab die Teufelsschlucht-App heruntergeladen. An 5 Stationen der Teufelsschlucht, die speziell gekennzeichnet sind, erfährt man Wissenswertes und Informatives zur dieser einzigartigen Landschaft.

Ich bin früh dran und am Anfang der Tour herrscht noch dichter Nebel. Mein Vorteil: ich habe den Weg zu Beginn ganz für mich alleine, außer ein paar zwitschernden Vögel rührt sich nichts.

Es ist ganz schön frisch – und es wird noch kälter, denn nur wenige Schritte nach dem Besucherzentrum beginnt auch schon der Abstieg in die Teufelsschlucht.

Es geht steil hinab, aber nicht nur das, die Wege und Steinstufen sind nass und teilweise noch mit altem Laub bedeckt, was sie zusätzlich glitschig machen. Gott sei Dank ist an den steilsten Stellen ein Geländer vorgesehen, von dessen Benutzung ich auch kräftig Gebrauch gemacht habe.

Immer tiefer geht es hinab,  auf schmalen, steinigen Pfaden. Rechts und links ragen hohe Felswände meterhoch hinauf. An einigen Stellen wird die Schlucht so eng, dass ein Mensch gerade noch so hindurch passt.

Diese Ruhe, der Nebel, die hoch aufragenden Felsen … fast ein bisschen beklemmend.

Aber zum Nachdenken bleibt keine Zeit, denn all meine Konzentration gehört den steilen Felsstufen,  die weiter in die Tiefe führen – über mir ein riesiger Stein, gerade noch gehalten von zwei schroffen, steilen Felswänden.

Ich bin versucht, immer wieder in die Höhe zu schauen, sollte aber lieber meine Füße im Blick haben, denn einmal über einen Stein stolpern wäre fatal …. ich gehe langsam – sehr langsam – weiter – und werde mir nun langsam darüber klar, warum ein Weg von knapp 8 km mit 3 – 4 Stunden Gehzeit veranschlagt ist…

Die enge, hoch aufragende und sehr beeindruckende Klamm geht nun langsam zu Ende, der Weg wird etwas freundlicher und heller, auch der Nebel lichtet sich langsam. Ein schmaler Weg führt an immer noch steil aufragenden Felsformationen vorbei.

Der schmale Pfad entlang der hoch aufragenden Felsen ist neben den tiefen Schluchten vielleicht der schönste Wegabschnitt der Teufelsschlucht.  Auf der einen Seite die Felsen, auf der anderen Seite geht es steil hinab, durch den Wald hindurch kann man ab und zu sogar in die Ferne schauen. Der schmale Pfad wird die ganze Zeit durch ein Geländer gesichert.

Die Traumschleife führt um einen markanten, alleine stehenden Felsen herum und plötzlich steht man auf einer steil abfallenden Aussichtsplattform mit herrlichem Blick Richtung Irrel und die Südeifel.

Teufelsschlucht – Blick auf Irrel

Noch einmal führen steile Treppen hinauf und hinab, noch einmal zwänge ich mich durch eng aneinander stehende Felsen hindurch ….

… und dann ist auf einmal das Ende der Teufelsschlucht erreicht. Die Sonne scheint strahlend und ab und zu begegne ich jetzt auch mal ein paar Menschen.

Über einen Waldweg gehe ich nun weiter und höre kurz darauf schon das Wasser der Prüm rauschen … die Irreler „Wasserfälle“ sind ganz in der Nähe.

Um zu den Wasserfällen zu gelangen muss man den Weg allerdings verlassen und nach rechts, den Berg hinunter gehen. Wer dies nicht möchte (den Berg muss man schließlich später wieder hinaufgehen!) kann sich die Irreler Wasserfälle auch für die spätere Rückfahrt aufheben. Direkt gegenüber der Wasserfälle gibt es einen Parkplatz.

Die Irreler Wasserfälle vom Wanderweg aus – mehr sieht man von hier nicht

Fußgängerbrücke über die Irreler Wasserfälle

Wie auch beim Sirzenicher „Wasserfall“ haben die Menschen den 19. Jahrhundert wohl etwas zu Übertreibungen geneigt und aus wilden Stromschnellen „Wasserfälle“ gemacht. Auf alten, historischen Fotos sieht man tatsächlich noch unzählige Kaskaden mit wildem Wasser – auf Grund der regenarmen letzten Jahre hat sich dies heute etwas relativiert.

Dennoch ist das Meer von wild durcheinandergewürfelten, riesigen Felsblöcken im Wasser Prüm durchaus beeindruckend.
Beachten sollte man auch, dass die Stromschnellen ein ökologisch sensibles Gebiet sind, auf das jeder Rücksicht nehmen sollte.

Auf breitem Radweg geht es nun gemütlich entlang der Prüm, die hier wieder sehr gemächlich durch die Felder und Wiesen fließt.

Richtung Prümzurlay fallen mir die ausgedehnten Hopfenfelder am Ufer der Prüm auf. Hier soll ja angeblich der beste Hopfen Deutschlands wachsen … Noch sind die Pflanzen klein, aber im Spätsommer, wenn die riesigen Pfähle bewachsen sind, sieht es hier ganz bestimmt sehr imposant aus.

Ich gehe nun allerdings nicht mehr weiter, an den Hopfenfelder vorbei, sondern biege an einem kleinen Picknickplatz scharf nach links ab. Über eine schöne Holzbrücke geht es jetzt wieder steil nach oben.

Ein uriger, schmaler Pfad führt direkt am kleinen Hälbach entlang, immer weiter den Berg hinauf durch ein wildes Felspanorama. Nach Teufelsschlucht und Irreler Wasserfälle ist dies ein weiterer Höhepunkt der Strecke, mit der ich gar nicht gerechnet habe und die diesen Wegabschnitt darum umso schöner macht.

Der Weg ist sehr naturbelassen und führt immer am leise dahinfließenden Bach entlang, dazu umgibt mich stille Natur- einfach nur schön!

Am oberen Plateaurand angekommen führt der Weg nun auf bequemen, breiten Pfaden durch Wald und Felspanorama sehr schön wieder zurück zum Besucherzentrum.
Am frühen Nachmittag erreiche ich wieder den Parkplatz – und traue meinen Augen nicht. Trotz „Corona“-Zeiten und „Zuhausebleiben“-Aufrufen ist der riesige Parkplatz besetzt bis auf den letzten Platz, ich erkenne Autokennzeichen von Koblenz bis Bonn, Saarbrücken und weiter und sehe zu, dass ich schnellstens hier wegkomme…

FAZIT:

Wie bereits weiter oben beschrieben ist dieses Gebiet eines der beliebtesten Ausflugsziele für Touristen und Einheimische der Gegend. Wer’s ruhig mag und die Möglichkeit hat, sollte früh aufbrechen und Sonn-, Feiertage und Ferienzeiten meiden. Über den spektakulären Weg ist oben eigentlich alles gesagt – gerade die Teufelsschlucht ist in unserer Region wohl ziemlich einzigartig und sollte auf jeden Fall einmal gesehen werden – aber dran denken: Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind hier absolute Voraussetzung, dann steht diesem imposanten Erlebnis nichts mehr im Wege 🙂

Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

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