Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Wasserfälle des Gillenbachs und Sirzenicher Bachs

4 Kommentare

Sirzenicher Wasserfall – Busental Trier

Ein mystischer Ort nur wenige Minuten von der Trierer Innenstadt entfernt … Ich hatte schon viel (meist irritierendes) über das Tal des Sirzenicher Bachs gelesen – von Wasserfällen im Busental, von Brücken, die es heute nicht mehr gibt, von einem urwüchsigen Weg mitten durch eine Felsenschlucht … aber genaue Informationen waren eigentlich nicht zu bekommen. Es wurde also Zeit … na ja, ihr wisst schon – ich habe einfach das Tal des Sirzenicher Bachs einmal selbst in Augenschein genommen …

    • kurze Rundwanderung
    • Weg: Waldwege, etwas Asphalt
    • Länge: 6 km
    • Schwierigkeitsgrad: mittel – schwer (auf Grund des „Wegs“ am Sirzenicher Bach entlang)
    • Höhepunkte: das urige Tal des Sirzenicher Bachs, Wasserfälle, rote Felsen Pallien, Aussicht auf Trier
    • Busverbindung: Bus Nr. 12 bis Fachhochschule (Ferienzeiten beachten!)
    • Strecke als GPS-Download: HIER

Ich fahre bis zur Fachhochschule Trier und halte mich dann Richtung Wegweiser „Stadtwaldhotel“. Vor dem Hotel auf der rechten Seite bzw. am Hotel vorbei auf der linken Seite stehen einige Parkplätze zur Verfügung. Dann gehe ich zurück bis zur „Bitburger“ (rechts die Treppe vor der Brücke runter), ein kurzes Stück an der B51 entlang und biege dann nach rechts in die Bitburger Straße ab.

Nach den letzten Häusern beginnt bereits das Busental, der Sirzenicher Bach plätschert fröhlich zu meiner Linken. Links führt eine Brücke Richtung Markusberg, ich halte mich aber weiter geradeaus. Nach wenigen Minuten Fußweg erreiche ich eine kleine Brücke. Hier fließt der Gillenbach, von rechts kommend, in den Sirzenicher Bach. Vor der Brücke biegt ein schmaler Fußweg nach rechts ab (kein Hinweisschild!).

Der Pfad führt ca. 200 m weit  über einen schmalen, teil sehr matschigen Pfad in eine weite Schlucht hinein.

Der „Weg“ wird immer schmäler und matschiger, dann stehe ich plötzlich vor einer beeindruckend hohen Steilwand aus Sandstein, von der das schmale Rinnsal des Gillenbachs metertief die Sandsteinfelsen hinunterstürzt.

Ich habe Glück, denn die meiste Zeit des Jahres ist der Bach nur ein kleines Rinnsal und auch der Wasserfall ist meistens trocken. Dennoch wäre alleine die imposante Steilwand auch ohne Wasserfall den kleinen Abstecher vom Hauptweg wert. Schon zur Römerzeit wurde hier Sandstein (nicht immer legal) abgebaut. Wegen Einsturzgefahr ist das gesamte obere Gebiet heute Sperrgebiet.

Gillenbach Wasserfall Trier

 

Majästetische Felswand – Gillenbach Wasserfall

Ich gehe auf gleichem Weg zurück und folge nun weiter der Asphaltstraße. Nach einigen Minuten auf diesem Weg (ca. 500 m) biege ich nach links ab. Es geht über eine Brücke, dann nach rechts auf einen schmalen Pfad, den Sirzenicher Bach entlang.

Noch ist der Weg recht breit, aber man ahnt schon die Urwüchsigkeit dieses Tals. Mit jedem Schritt ins hohe Tal hinein entfernt man sich weiter von den Geräuschen der Zivilisation. Rechts und links ragen steile, baumbestandene Abhänge empor, große Felsformationen säumen meinen Weg und mittendrin gurgelt leise der kleine Bach.

Sirzenicher Bach

Der Pfad wird nun immer schmäler und wechselt auch schon mal von der einen auf die andere Seite und wieder zurück. Ich muss mir mehr oder weniger meinen Weg entlang des Bachlaufs suchen, nicht selten liegen entwurzelte Bäume oder Felsen im Weg.

 

 

Beeindruckende Felsformationen säumen den Weg, hohe, in den Himmel aufragende Bäume mit Wurzeln, die man sich teilweise von unten ansehen kann vervollständigen das Bild dieser einmalig urigen Landschaft – das Tal hat fast etwas Mystisches.

 

In der Vergangenheit soll es einmal 7 Brücken gegeben haben, die die Überquerung des Sirzenicher Bachs vereinfacht haben, heute muss man sich seinen Weg durch das Bachtal selber suchen. Mehrere Male wechselt der Pfad die Seiten und am Anfang muss ich all meinen Mut zusammen nehmen, um vorsichtig durch den Bach zu waten. Am Schluss des Wegs stapfe ich mit Todesverachtung durchs Wasser – übrigens ein guter Test für die Wasserundurchlässigkeit (oder -durchlässigkeit) eurer Wanderschuhe!

Dann ist der Wasserfall erreicht, der über eine kleine Steilwand in die Tiefe stürzt. Zwar nicht ganz die Niagara-Fälle aber doch sehr schön anzusehen – und eigentlich ist ja hier auch der Weg das Ziel …

 

 

Sirzenicher Wasserfall

Nun habe ich die Wahl, den Weg wieder zurückzugehen oder links vom Wasserfall den Abhang hinaufzuklettern … Ich wähle die Klettervariante und es gelingt besser, als erwartet. Aber Achtung – hier ist Trittsicherheit gefordert! Wer sich unsicher ist, sollte lieber wieder zurück gehen. Nach lang anhaltenden Regenfällen und natürlich bei Schnee und Eis sollte man von dieser Klettterpartie absehen.

Oberhalb des Wasserfalls dann noch einmal den Bach überqueren … ähhh … durchwaten und die ‚Zivilisation‘ hat mich wieder. Ich erreiche eine schöne Sitzgruppe am Wasserfall – eine gute Gelegenheit für eine kleine Pause und Zeit, entspannt dem rauschenden Wasserfall zu lauschen.

Ich folge jetzt einem schmalen Waldpfad, der mich zu einem größeren Weg („Grundweg“) führt – auf diesem Weg kehre ich wieder zurück,  bis zum Ausgangspunkt der Wanderung am Ende der Bitburger Straße.

Bevor ich die ersten Häuser der Bitburger Straße erreiche, biege vor der Brücke, die geradeaus weiterführt Richtung Markusberg, nach links ab und gehe die Treppen hinunter, immer weiter am Sirzenicher Bach entlang („Matthiasweg“), der hier in munteren Kaskaden Richtung Mosel fließt – ein wirklich lohnenswerter, kurzer Weg zwischen Bitburger Straße und B51.

Der Weg führt bis zur Hauptstraße. An der Fußgängerampel überquere ich die B51 und gehe auf der anderen Straßenseite wieder bergauf, dann nach rechts Richtung „Fachhochschule“, begleitet von einer schönen Aussicht auf Trier zur Rechten.

Trier mit Zurlaubener Ufer, Dom, Liebfrauenkirche, St. Gangolf und Konstantin Basilika

Richtung Fachhochschule  geht es direkt an den roten Felsen oberhalb von Pallien vorbei

Drachenhaus Trier

Das „Drachenhaus“ hinter der Fachhochschule bietet mit seinem schönen Rosengarten nochmals eine gute Gelegenheit zur Rast. Hier ist heute die Försterei des Weisshauswaldes untergebracht.
Benannt ist das Drachenhaus nach den beiden kupfernen Drachen, die am Haus montiert sind.

Oberhalb des Drachenhauses sieht man das Berghotel Kockelsberg.

Über den Fußweg der Fachhochschule gehe ich zurück zum Parkplatz.

FAZIT:

Ein Besuch des Sirzenicher Bachs und der Wasserfälle ist ein ganz besonderes Erlebnis! Aber die Wanderung durch das Bachtal erfordert auch unbedingt festes Schuhwerk und gute Trittsicherheit. Außerdem sollte man nicht davor zurückschrecken, eventuell doch nasse Füße zu kriegen, denn es geht einige Male knöcheltief durch den Bach (je nach Wasserstand). Am schönsten sind die Wasserfälle des Gillenbachs und des Sirzenicher Bachs nach längeren Regenfällen – dann ist der Weg aber auch (von Schnee und Eis abgesehen) am gefährlichsten, weil alles glatt, rutschig und matschig ist. Aber auch bei Trockenheit bzw. an heißen Tagen im Sommer ist das schattige, feuchte Tal ein Genuss – dazu braucht es eigentlich garkeinen Wasserfall.

Tipp:

Wer sich aus dem ein oder anderen Grund scheut, diesen Weg zu gehen, kann sich den Sirzenicher Wasserfall – zumindest von oben – auf einfachere Art bei einer Rundwanderung durchs Busental anschauen (mehr dazu HIER).

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

4 Kommentare zu “Wasserfälle des Gillenbachs und Sirzenicher Bachs

  1. Pingback: Sirzenicher Wasserfall & Markusberg – Alternativstrecke | Unterwegs im Trierer Land

  2. Hallo Karin, ich bin heute mit meiner Tochter zum Sirzenicher Wasserfall gewandert, genau richtig an diesem warmen Tag! Nach dem Wasserfall sind wir dem Weg links gefolgt, da gelangt man nach einer kurzen Strecke in ein idyllisches Tal mit einigen Häusern. Dort ist auch ein Wegweiser hoch zum Löberg. Wir sind der Ausschilderung nach Pallien gefolgt. Ein wunderschöner Weg durch einen lichtdurchfluteten Buchenwald. Der Weg mündet in die Straße, die zum “Mohrenkopf“ führt. In der Rechtskurve unterhalb des Schumann-Hauses geht ein Weg mit Blich über die Mosel zurück zur Bitburger und an der Bitburger sind wir nach rechts um von ganz unten den Matthiasweg hoch zu gehen bis zur Neuapostolischen Kirche und von da zum Parkplatz. Es war eine schöne Tour, gerade für heisse Tage zu empfehlen. Danke für den guten Tipp! LG Sabine

    • Hallo Sabine!
      Vielen Dank fürs Schildern deiner Eindrücke und die schöne Wegempfehlung.
      Und weiterhin viel Spaß bei euren Wanderungen im Trierer Land.
      LG
      Karin

  3. Pingback: Busental und Markusberg | Unterwegs im Trierer Land

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