Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Traumschleife: „Morscheider Grenzpfad“

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Riveris Talsperre

 

Ziel meiner Tour ist Morscheid und die Traumschleife „Morscheider Grenzpfad“, die bereits im Jahr 2010 eröffnet wurde und mit seinen rund 16 km zu den längeren Premiumwanderwegen in der Region gehört. Seinen Namen erhielt die Traumschleife „Morscheider Grenzpfad“ dadurch, dass er fast vollständig entlang der Gemeindegrenze der Ortsgemeinde Morscheid im Osburger Hochwald führt. Ob ich dabei gleichzeitig auch an meine sportlichen Grenzen komme, möchte ich heute einmal ausprobieren …

    • Premiumwanderweg „Traumschleife“
    • Weg: viele schöne Waldpfade, Wirtschaftswege, kaum Asphalt
    • Länge: ca. 16,5 km
    • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
    • Bewertung des Deutschen Wanderinstituts: 73 Erlebnispunkte
    • Start der Tour: Morscheid, Parkplatz Schweinspielhütte
    • Höhepunkte:  Naturdenkmal „Langenstein“, Riveristalsperre, Burgruine Sommerau, Schloss Marienlay, Schiefergrube „Kirchenloch“, schöne Aussichten
    • GPS Download HIER

Der Einstieg der Tour ist allerdings nicht so leicht zu finden. Startpunkt des Wanderweges ist der Parkplatz mit dem zungenbrecherischen Namen „Schweinspielhütte“ in der Nähe von Morscheid.
Aus Trier über Korlingen kommend erreiche ich zunächst Waldrach, fahre langsam durch die engen Straßen des Ortes hindurch und biege dann nach rechts Richtung Weingut Reichsgraf von Kesselstatt (ist ausgeschildert) ab. An dem schönen „Schloss Marienlay“ (an dem auch die Traumschleife entlang führt) fahre ich vorbei, durch den Ort Morscheid hindurch und biege dann im Ort nochmals nach rechts ab, dem Hinweisschild „Traumschleife“ folgend (Hauptstraße). Auf einer schmalen Asphaltstraße erreiche ich dann nach ca. 1 km den Parkplatz „Schweinspielhütte“.

Direkt an der Hütte führt ein schmaler Pfad ca. 150 m steil bergab zum Einstieg in die Traumschleife.

Die Traumschleife beginnt erst einmal mit einem bequemen Waldweg.

Schon nach kurzem Stück hat die Gemütlichkeit aber auch schon wieder ein Ende, es wird geradezu alpin … OK, das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber der kleine Pfad bergauf, der Richtung Naturdenkmal „Langenstein“ führt, hat es in sich.

Fast könnte man ihn übersehen, so schmal ist er und verschmilzt mit dem Gestein um ihn herum – wenn da das helfende Holzgeländer nicht wäre. Das Geländer weist mir den Weg zu diesem unter Naturschutz stehenden und als „Naturdenkmal“ klassifizierten Quarzitfelsen. Der markante Felsen entstand vor ca. 400 Millionen Jahren. Er besteht aus massiven Quarzitfelsen und ragt oben fast neun Meter aus dem Boden. Aber nicht der hohe Felsen an sich, sondern eher die um ihn herumliegenden Felsbrocken sind die Herausforderung.

Hier führt der Wanderweg nämlich mitten hindurch – es heißt also langsam gehen und die Augen offen halten.

Ein Weg …. immerhin erkennbar an den Wanderweg-Hinweisschildern 🙂

Eindrucksvoller Blick den Berg hinab

Insgesamt ist es aber nur ein kurzes Stück über „Stock und Stein“ …

… und schon ist der nächste breitere Waldweg zum Gemütlich-Wandern erreicht.

Naturdenkmal

Anschließend folgt ein schöner Wegabschnitt durch für den Hunsrück typischen Laubwald. Dabei wechseln sich breitere, gemütliche Waldwege mit schmalen Pfaden, die den Wanderer bergauf und bergab, oft sehr nah am steilen Berghang entlang, führen. Ein abwechslungsreicher, schöner Abschnitt, der auch immer wieder schon vorhandene Wege mit einbindet. Trotz grundsätzlich dichtem Wald erhält man dabei ab und zu auch einmal einen Blick über das Tal der Riveris hinweg.

Schließlich erreiche ich den Riveris Talsperren-Rundweg, den Weg, den ich auch bei meiner Talsperren-Runde immer gehe (Rund um die Riveris Talsperre).

Ab und zu blinzelt schon das blaue Wasser der Riveris-Talsperre durch die Bäume, an einigen wenigen Stellen hat man auch ungetrübten Blick auf die gesamte Talsperre. Der See wird hauptsächlich gespeist von der Riveris, die bei Waldrach in die Ruwer mündet, und ihrem wichtigsten Nebenbach, dem Thielenbach.
Oberhalb der Talsperre kann in den Hochwald bis zum Rösterkopf sehen, der höchsten Erhebung der Region und übrigens auch, besonders an heißen Sommertagen, ein sehr schönes Wandergebiet (Rösterkopf Rundwanderweg).

Riveris-Talsperre mit Talsperren-Rundweg

Nach ca. 500 m muss ich mich aber schon wieder von der Talsperre verabschieden. Es geht nach rechts, auf schmalen Pfaden durch den Wald, hinauf bis zu einer Schutzhütte. Überall rechts und links hängen die Brombeerbüsche voll mit (noch nicht ganz reifen) Früchten.

An manchen Stellen muss man beim Wandern einfach nur den Mund aufmachen …

An der Schutzhütte biegt der Weg scharf nach links ab, weiter den Berg hinauf. Der Wanderweg führt hinauf auf die Höhe, zu einem aussichtsreichen Rastplatz mit schöner Sinnesbank.

Dann geht es nochmals ein Stück durch den Wald, anschließend wieder über eine Freifläche,an deren Ende nochmals ein schöner Rastplatz mit Aussicht auf die Dörfer der Pellinger Höhe bis nach Kasel im Ruwertal und weit hinein in die Eifel.

 

Blick Richtung Pellingen, Pluwig und Gusterath

Nun geht es erst einmal bergab. Ein schöner Waldsaumweg mit riesigen (reifen!) Brombeerbüschen führt talwärts, voraus kommen Gutweiler und Korlingen in Sicht. Oberhalb der beiden Dörfer sieht man sehr schön den Höhengrat des „Galgenkopf“, an dem der Trierer Premiumwanderweg (Trierer Galgenkopftour) entlang führt.

Gutweiler & Korlingen

Gutweiler & Korlingen

Nun geht es eine Weile gemütlich bergab, teils auf breiten Wegen, teils auf Pfaden durch ein Wäldchen, dann entlang eines tiefen Tales, bis der Wald plötzlich inmitten von Weinbergen oberhalb von Sommerau mündet.

Von hier hat man eine wunderbare Sicht auf Sommerau mit seiner mittelalterlichen Burgruine und das sich anschließende Tal Richtung Gusterath und Pluwig. Sommerau ist die kleinste Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Ruwer und insbesondere durch seine Burg und den Sommerauer Wasserfall bekannt. Über diese Traumschleife sieht man nur von oben auf Sommerau herab, wer Interesse hat, sich den Ort näher anzuschauen, kann dies über den Themenrundweg RuT6 tun.

Sommerau

Ein paar steile Stufen führen zu einem schönen Rastplatz mit Sinnesbank und herrlichem Blick über Sommerau und die Weinberge

Über einen kleinen Pfad geht es nun weiter durch Wald bis zum „Kirchenloch“. Eine Infotafel klärt darüber auf, dass das „Kirchenloch“ eine ehemalige Schiefergrube ist, die ihren Namen von der Flurbezeichnung „Auf der Kirche“ erhalten hat. Hier wurde noch bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, lange nachdem der industrielle Schieferabbau der Gegend eingestellt worden war, von einer Morscheider Familie privat Schiefer abgebaut.

„Kirchenloch“ bei Sommerau

In steilen Serpentinen gehe ich nun talwärts zu einem kleinen Bach, der überquert wird.

Aus dem Wald herauskommend erreiche ich den Ruwer-Hochwald Radweg. Diesem folge ich bis zur Ruwerbrücke, dann wende ich mich nach rechts durch ein kleines Waldstück und folge nun einige Zeit lang einem idyllischen Weg oberhalb der Ruwer.

Ruwerbrücke

Hier kann ich nochmal Luft holen für das letzte kurze, aber knackige Stück den Berg hinauf, bis oberhalb von Schloss Marienlay. Das 100 Jahre alte Schloss aus Schiefergestein ist Sitz des Weingutes „Reichsgraf von Kesselstatt“.

Zum Vergrößern aufs Bild klicken!

Eine bessere Sicht auf Schloss Marienlay gibt es vom Wanderweg aus leider nicht.
Von einer Sitzgruppe kann man einen kleinen Blick auf das Anwesen erhaschen.

Einen besseren Blick auf das Schloss erhält man auf dem Weg von Waldrach zum Wanderparkplatz, die Straße führt direkt am Schloss vorbei.

Schloss Marienlay, Morscheid

Oberhalb der Weinberge entlang gehe ich nun langsam Richtung Ausgangspunkt meiner Wanderung zurück. Dabei habe ich nochmals einen schönen Blick ins Ruwertal bis hin zu den Ausläufern der Eifel.

Auf breiten und schmalen Waldwegen durch den Wald geht es zurück zum Parkplatz.

 

FAZIT:

Auf 16 km wird alles geboten, was ein Premiumwanderweg so bieten sollte: Viel Abwechslung, gute Ausschilderung, naturnahe Wege und viele Höhepunkte auf dem Weg. An den Burgen Sommerau und Marienley führt der Wanderweg allerdings nicht direkt vorbei, wer diesen Sehenswürdigkeiten näher kommen will muss nochmals extra Zeit einplanen.
Insgesamt aber ein abwechslungsreicher Wanderweg, für den man natürlich wegen seiner Länge auch entsprechend Zeit einplanen sollte.

Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

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