Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Auf den Spuren des historischen Schieferbergbaus

11 Kommentare

  • Geführte Wanderung – Rundwanderung
  • Weg: Asphalt, Feldwege, Waldwege
  • Länge: ca. 8 km
  • Sehenswürdigkeiten: Alte Gruben des Schieferbergbaus, Besucherbergwerk Fell
  • mittelschwer
  • Weitere Informationen: www.bergwerk-fell.de
  • Busanbindung
  • Einkehrmöglichkeiten: Imbiss „WeinStein“ im Besucherbergwerk Fell

Über Jahrhunderte hinweg haben in den Gemeinden Fell und Thomm, ca. 20 km von Trier gelegen, viele Menschen vom Schieferbergbau gelebt – wirtschaftlich ein wichtiges Standbein für die Gemeinden. Das Besucherbergwerk Fell erinnert an diese Jahrhunderte des Schieferabbaus und lässt diese Zeit wieder lebendig werden.
Zum Angebot des Besucherbergwerks gehören auch geführte Wanderungen, die die interessierten Teilnehmer abseits der üblichen, gut beschilderten Grubenwanderwege oder der Traumschleife Schiefer- und Wackenweg führen. An einer dieser Wanderungen habe ich teilgenommen.

Los ging es an einem neblig-diesigen, aber warmen Septembermorgen auf dem großen Parkplatz unterhalb des Besucherzentrums. Der Weg führte uns zuerst am Thommer Bach entlang durch das Nossertal Richtung Fell.

Unser Wanderführer Roland erläuterte uns auf mehreren Stationen des Weges den Schieferbergbau der Region, seine wirtschaftliche Bedeutung und veranschaulichte uns an verschiedene Gruben das schwierige Leben und Arbeiten der Bergleute jener Zeit.

Grube „Eichbaum“

Am Fuß einer großen Halde entlang gelangen wir zum wichtigsten Konzessionsfeld auf der Feller Seite des Nossertals.
Die Grube Eichbaum I war mit einer Gesamtlänge von 600m und 16 Abbaukammern das mit weitem Abstand größte Bergwerk in Fell.(Quelle: www.bergwerk-fell.de)

Grube „Schürzig“ mit alter Lore

Ein kurzes Stück talauswärts vorbei an der größten Halde auf Feller Gemarkung gelangen wir zur Grube Schürzig. Um dieses Lager – eines der ergiebigsten des Nossertals – erreichen zu können, wurde der relativ lange Hauptstollen zügig vorgetrieben und ab etwa 1915 konnte das Bergwerk hochwertige Dachschiefer liefern. (Quelle: www.bergwerk-fell.de)

 Alte Lore mit Schieferstein

Dies war einige der wenigen Gruben, die mit Loren betrieben wurden. Meist musste reine Manneskraft zum Abtransport genügen.

Schieferhalde im Nossertal bei Fell – noch hält sich der Nebel

 

Margarethenbrunnen

Kurz nach der Grube Schürzig erreichen wir das Margarethenwäldchen, hier wird von einem kleinen Bach der Margarethenbrunnen gespeist. Gemauert aus Schieferstein, besteht die Brunnenrückwand aus einem durch Schuß (Sprengung) hereingewonnenen Schieferblock. (Quelle: www.bergwerk-fell.de)

 

 

 

Wir verlassen nun langsam das Nossertal und biegen ab in den Wald, entlang des malerischen Rilbersbach. Auch hier sehen wir wiederum viele verschiedene Grubeneingänge, alte Stollen und Halden, die uns einen Einblick in diese Zeit des Schieferbergbaus gewähren.

„Überbleibsel“ eines Grubenhauses

Hochwertiger Dachschiefer musste nach seiner unterirdischen Gewinnung „bergfeucht“ gespalten und bearbeitet werden. Dies geschah in extra dafür vorgesehenen Grubenhäusern direkt vor den Grubeneingängen.

Infotafel zum Thommer Bergbau

Eine lange Strecke geht es einen „giftigen“, nicht enden wollenden Berg Richtung Thomm hinauf, bis wir dann endlich den höchsten Punkt der Tour erreicht haben und eine wohlverdiente Rast auf dem Gipfel einer alten Halde einlegen.

Langsam lichtet sich auch der Nebel und es verspricht ein sonniger Tag zu werden.

Weiter geht es vorbei an einem imposanten Tagebau Steinbruch.

Tagebausteinbruch

Er diente im Gegensatz zu den Feller Dachschieferbergwerken als offener Tagebau, in dem Material zum Bau von Mauern, insbesondere Weinbergmauern, abgebaut wurde. Die Volumenmasse, die in dem etwa 60 m hohen und 100 m tiefen, stufenförmig angelegten Bruch gewonnen wurde, dürfte ausreichen, um eine rund 200 km lange Weinbergsmauer zu errichten! (Quelle: www.bergwerk-fell.de)

Für den Rückweg bedienen wir uns einem Teilstück des Schiefer- und Wackenweges. Es geht steil hinab.

Endlich abwärts!

Nach 4 ereignisreichen und informativen Stunden haben wir wieder unseren Ausgangspunkt am Besucherbergwerk Fell erreicht.

 

 

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

11 Kommentare zu “Auf den Spuren des historischen Schieferbergbaus

  1. Pingback: Das Besucherbergwerk Fell | Stille Strecken

  2. Pingback: Das Besucherbergwerk Fell 2 | Stille Strecken

  3. Pingback: Das Besucherbergwerk Fell | Stille Strecken

  4. Sehr schöne Reportage. Ich war bei dieser wanderung auch dabei (der Kerl in dem grünen T-Shirt und BW-Hose)
    Hier: https://stillestrecken.wordpress.com/2015/01/31/dachschiefer-altbergbau/ findest Du Bilder aus einer der Gruben aus Fell – wenn Du interesse hast, ich habe noch Bilder aus dem Besucherbergwerk -die würde ich dir für deinen Bericht zur Verfügung stellen.

    Lieb Grüße,

    Marco

    • Hallo Marco!
      Danke für deinen Kommentar, ich erinnere mich … War eine schöne Wanderung! Und danke auch für dein Angebot. Ich möchte in diesem Jahr auch noch das Besucherbergwerk besuchen, da war ich nämlich noch nicht. Dann komme ich vielleicht auf dein Angebot zurück!
      LG

  5. Danke für den netten Artikel! Wir haben ihn auf unserer Seite verlinkt.

  6. Sehr geehrte Frau Bormann,
    vielen Dank für diesen wunderschönen Bericht über die Wanderung.

    Robert Hoffmann
    Besucherbergwerk Fell
    (Betriebsleiter)

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