Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Petrisberg Trier & Avelertal

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  • Wanderung im Stadtgebiet Trier
  • Weg: hauptsächlich Asphalt, etwas Wiesen- und Schotterwege sowie Pflastersteine
  • Länge: 10 km
  • Sehenswürdigkeiten: Aussicht auf Trier, Petrisberg, Avelertal, Thiels-Burg
  • leicht – mittelschwer (zwei knackige Anstiege auf den Petrisberg & zur Thiels-Burg)
  • ähnliche Tour (ohne Avelertal): Tour de Petrisberg
  • keine durchgehende Wegbezeichnung

November – die schönen Tage sind gezählt, meist ist das Wetter diesig, regnerisch und neblig. Da gilt es, die wenigen Tage, die einem in diesem Jahr noch bleiben, zu nutzen.

Das denke ich mir und warte an diesem Sonntag geduldig, bis sich der dichte Nebel endgültig verzogen hat (es ist immerhin schon früher Nachmittag) und mache mich auf, das Gebiet der Landesgartenschau 2004 – den Petrisberg – einmal näher zu erkunden.

Los geht es direkt mit einem knackigen Aufstieg über einen alten Kreuzweg. Dafür parke ich das Auto am Amphitheater (hierfür sollte man einen separaten Besuch einplanen!) und gehe durch ein Wohngebiet bis zur Ecke Kurfürstenstraße/Kreuzweg. Dort biege ich nach rechts ab, am Torbogen beginnt dann der Kreuzweg hinauf auf den Petrisberg.

Über Treppen und Pflastersteine geht es nun hinauf. Es ist November und entsprechend feucht. Vor allem auf den Pflastersteinen und den rutschigen Stufen ist bei dieser Jahreszeit oder bei Regen Vorsicht geboten!

 

Die phänomenale Aussicht entlohnt schon nach kurzer Zeit für den mühsamen Aufstieg.

Blick vom Petrisberg Trier auf Dom und Mariensäule Markusberg

Dieser Kreuzweg wird auch heute immer noch von Gläubigen genutzt, besonders in der Fastenzeit (Quelle). Am Ende des Kreuzwegs erreiche ich die kleine hübsche Kapelle „Zum Kreuzchen“.

Kapelle „Zum Kreuzchen“ Alt-Kürzen, Trier

Von hier aus gehe ich weiter geradeaus, am Fernsehturm vorbei, auf das Gelände, auf dem vor 10 Jahren (waaaaas, so lange ist das schon her?) die Landesgartenschau Rheinland-Pfalz stattfand.

Wie der Mattheiser Wald war auch der Petrisberg lange Zeit ein Militärstandort der Franzosen. Nach deren Abzug war das Gebiet erst einmal einige Zeit verwaist, bis dann 2002 der erste Spatenstich für die Landesgartenschau erfolgte, die dann im Jahr 2004 auf dem Petrisberg stattfand.
750.000 Menschen erlebten damals die Landesgartenschau und seit dieser Zeit hat sich der Petrisberg von einem ehemaligen Militärgelände zu einem heiß begehrten Wohn- und Freizeitgebiet entwickelt.

Petrisberg Trier – Jean-Paul-Sartre Allee mit Turm Luxemburg im Hintergrund

Über das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau, heute vielfach bebaut, gehe ich in Richtung eines rostigen Kolosses mit Schräglage im Stil einer Haifischflosse: Die begehbare Skulptur mit dem Spitznamen „Turm Luxemburg“ war das Wahrzeichen der Landesgartenschau 2004. Eigentlich heißt er „Turm der Träume und Sehnsüchte“ und vom renommierten Architekten François Valentiny als Symbol  der Nähe und Verbundenheit feierlich von der luxemburgischen Delegation dem damaligen Trierer Oberbürgermeister Helmut Schröer übergeben. Nach dem Ende der Landesgartenschau blieb der „Turm der Träume und Sehnsüchte“ auf dem Petrisberg erhalten – als Zeichen der Freundschaft zweier benachbarter Städte (Quelle & mehr Infos: Turm Luxemburg)

Turm Luxemburg Petrisberg Trier

Weiter geht es, den Petrisberg wieder hinab, durch eine hübsche Kleinanlage mit den letzten blühenden Herbstblumen, hinunter  in den Trierer Stadtteil Kürenz und ins Avelertal mit seinem leise plätschernden Avelerbach, den Weinbergen und der schon von weitem sichtbaren Thiels-Burg in luftiger Höhe, die schon von Weitem zu sehen ist.

Avelertal Trier

 Die im Jahr 1910  mit der nahe gelegenen Weinbaudomäne Avelsbach erbaute Burg wurde nach dem Agrar-Professor Dr. Hugo Thiel, einem Förderer des Moselweinbaus, benannt.
Sie stand Pate für das preußische Engagement zur Förderung des Weinbaus an der Mosel und Thiel als Befürworter im Landwirtschaftsministerium in Berlin.

Eine schöne Gegend, direkt in Trier, mit frischen Wiesen, alten Bäumen, Wald und Weinbergen, dazu eine kleine, alles überragende Burg – ein Gebiet, aus dem sich eigentlich mehr machen ließe.

Bereits vor einigen Jahren kam hier auch schon einmal die Idee eines offiziellen Wanderweges, gar einer Traumschleife im Verbund mit dem nahen Saar-Hunsrück-Steig und der Weinbaudomäne Avelsbach, auf. Aber die Mühlen der Politik malen langsam – noch ist dieses Gebiet den Trierern vorbehalten, was ja auch seinen Reiz hat …

Steil geht es jetzt den Weinberg hinauf …

Avelertal Trier mit Thiels-Burg

 … aber der Anstieg gestaltet sich über weite, grasbewachsene Serpentinen im nahegelegenen Wäldchen als durchaus machbar.

 Dann noch das letzte, etwas steilere Stück …

…. und der Aufstieg ist geschafft. Entlohnt wird man mit einem phantastischen Blick zurück ins Tal und auf den Petrisberg mit Fernsehturm sowie zur Rechten bis zum Markusberg und darüber hinaus.

 

 Die Thiels-Burg

 

Von der Thiels-Burg aus lohnt sich noch ein kleiner Abstecher durch die Weinberge zur pittoresk in den Weinbergen liegenden Staatlichen Weinbaudomäne Avelertal.

 

Nun wird es langsam Zeit für den Rückweg. Am Avelerbach entlang geht es zurück nach Kürenz und wieder den Petrisberg hinauf, durch die Kleingartenanlage hindurch bis zum Turm Luxemburg.

Hier biege ich nun rechts ab Richtung Amphitheater und gehe durch die Weinberge mit ihrem letzten, gelben Herbstlaub und nochmals wunderschönen Blick auf die Stadt Trier und den Dom zurück zu meinem Ausgangspunkt.

Durch die Weinberge des Petrisberg (ganz links ist noch die Spitze des Fernsehturms erkennbar)

Petrisberg – Aussicht auf Basilika, Gangolf Kirche und Trierer Dom

Alte Weinpresse mit den letzten blühenden Rosen (Petrisberg, Nähe Amphietheater)

 

 

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

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