Unterwegs im Trierer Land

Wandern an Obermosel, Saar & Ruwer

Traumschleife „Schiefer-Wackenweg“

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Schon lange stand der Schiefer-Wackenweg auf meiner Wander „To Do“ Liste. Der Weg bietet nicht nur abwechslungsreiche Passagen sondern auch noch viele Informationen über das Leben der Menschen zur Zeit des Schieferabbaus in der Region sowie natürlich das Besucherbergwerk Fell. Dieser schöne Septembertag war wie geschaffen für einen Ausflug Richtung Hochwald …

    • Zwischen Thomm und Fell zum Herler Wacken, ins Noßertal und Besucherbergwerk Fell (Besichtigung möglich)
    • Mehr Infos zum Besucherbergwerk: www.bergwerk-fell.de
    • Viele Informationstafeln zum Bergbau und dem Leben der Menschen in dieser Region
    • Rundwanderung, Weg: Feld-, Wald- und Wirtschaftswege, sehr wenig Asphalt
    • Länge: 11 km – mittelschwer
    • Sehenswürdigkeiten: Herler Wacken, Noßertal, Besucherbergwerk Fell, Ausblicke Richtung Mosel und Eifel
    • Erlebnispunkte des Deutschen Wanderinstituts: 71 Punkte
    • GPS Download HIER (gps-tour.info) oder HIER (Alltrails)

Ich starte meinen Rundweg in Thomm. An der sehenswerten Kirche finde ich keinen Parkplatz und parke dann in der Nähe, auf dem Parkplatz des kleinen Friedhofs.

Die Kirche „St. Pauli Bekehrung“ wurde in den 60er Jahren nach Plänen des Trierer Architekten Heinrich Otto Vogel (natürlich) aus heimischem Schiefer erbaut.

Ein kurzer Asphaltweg führt mich aus dem Ort heraus und schon ist das „Eingangsportal“ des Wanderweges mit phantastischem Weitblick bis ins Moseltal und Eifel erreicht. Der Weg führt erst auf Gras- und Feldwegen bergab, dann an einem Waldweiher vorbei und anschließend über gemütliche, gut zu gehende, schöne Waldwege weiter bergauf und bergab.

An markanten Punkten entlang des Schiefer-Wacken-Weges stehen Informationstafeln. Sie enthalten Wissenswertes über die Geschichte von Thomm für die Bewohner und Wanderer.

Auf großen farbigen Übersichtstafeln erfährt man viel Wissenswertes über die einzelnen Standorte und kann sich historische Fotos ansehen. Dank zahlreicher freiwilliger Helfer konnten Zuwegungen geschaffen, Stollen und Wege freigeschnitten und die neuen Tafeln entlang der Traumschleife des Schiefer-Wacken-Weges aufgestellt werden. Innerhalb des Ortes wurde die Pfarrkirche, der Barbarabildstock, das Bergmannsgrab auf dem alten Friedhof und das nachgebaute Stollenportal am Ortseingang mit einbezogen und ebenfalls mit Tafeln ausgestattet.

Blick zurück auf Thomm

Einem schmalen Wiesenpfad hinauf folgend erreiche ich nun den „Herler Wacken“, ein beeindruckendes Felsmassiv, das mit einigen hundert Meter Länge und teilweise über 20 Meter hohen Quarzitfelsen ein eindrucksvolles Naturdenkmal darstellt.

Der Wanderweg führt um den Wacken herum und entfaltet erst auf der „Rückseite“ seine wahre Pracht. 500 Meter lang erstreckt sich die Felsformation in den Herler Wald.

Eine schöne Sitzgruppe direkt am Felsmassiv lädt zum Verweilen ein.

An den Ausläufern des Wacken entlang gehe ich weiter über steinige Pfade durch den Wald.

Der Weg tritt nach kurzer Zeit aus dem Wald heraus und über einen sanften Wiesenweg führt der Wanderweg nun hinab ins Noßertal mit seinen idyllischen, mal breiter, mal engeren Pfade. Es geht bergauf und bergab, mal durch freie Landschaft, dann wieder durch Waldgebiete.

Richtung Besucherbergwerk führt der Weg vorbei an der Grube Hofgrube und am Steinbruch Vogelsberg. Hier wurde Schiefer im Tagebau zum Bau von Mauern gewonnen. Liebevoll gestaltete Hinweistafeln bieten dem Wanderer viele detaillierte Erklärungen zum Arbeiten und Leben mit dem Schiefer.

Leicht bergauf führt ein schmaler Pfad nun durch den Wald zum Besucherbergwerk Fell (geöffnet von April bis Oktober). Die Führung unter Tage dauert ca. eine Stunde und führt durch lange Stollen und mehrere Abbaukammern. Ein Besuch ist absolut empfehlenswert, denn hier erhält man einen guten Eindruck, was die Bergleute leisten mussten, um den Schiefer zu fördern.

An der Grube Barbara, benannt nach der Schutzpatronin der Bergleute, am Margarethenstollen und alten Förderwagons vorbei gehe ich weiter auf schönen Wald- und Wiesenpassagen. Unterwegs weisen immer wieder detaillierte Hinweisschilder auf Geschichten aus der Region hin. Der „Minenweg“ zum Beispiel wurde von den Bergleuten genutzt, um zum Margarethenstollen zu gelangen, obwohl hier viele Tretminen aus dem 2. Weltkrieg verlegt waren.

Auf dem Rückweg Richtung Thomm heißt es, alle Kräfte zu sammeln, denn es folgt die einzige „richtige“ Steigung des Wanderwegs – die es dafür aber auch in sich hat. Ich gewinne schnell an Höhe und genieße die schöne Aussicht auf die Weinberge des Ruwertals.

Weiter bergauf geht es vorbei am beinahe völlig verschütteten „Mundloch“ des ehemaligen Eugenstollen, im Thommer Volksmund auch „Heersches Kaul“ genannt.

Der letzte Teil des Wanderweges führt steil bergauf, vorbei an den Thommer Schieferhalden.

Entschädigt wird man oben mit einer Sinnesbank, die einen schönen Blick ins Ruwertal mit seinen Weinbergen bis hin nach Schweich bietet.

Blick ins Moseltal Richtung Schweich und Moseleifel – im Vordergrund Mertesdorf

Und auch jetzt ist der Weg bergauf noch nicht abgeschlossen. An einer schönen Grillhütte vorbei  geht es noch ca. einen Kilometer erst durch Wald dann einen letzten Wiesenweg hinauf zurück nach Thomm.

FAZIT:

Ein sehr abwechslungsreicher Wanderweg mit breiten und schmalen Passagen und vielen einsamen Pfaden, dazu immer wieder tollen Ausblicke. Dazu kommt das Thema Schieferbergwerk, das einem auf Schritt und Tritt begegnet. Auf großen Übersichtstafeln erfährt man viel Wissenswertes, historische Fotos ergänzen das Ganze. Hier wurde sich wirklich viel Mühe gemacht – und das zahlt sich aus. Ein TOP Wanderweg, sehr zu empfehlen!

Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

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