Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Möhn-Träg-Weg

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Wanderweg Nr. 11 / VG Trier-Land

Das Gebiet der Verbandsgemeinde Trier-Land erstreckt sich in nord-südlicher Richtung zwischen Mosel und Bitburg sowie in west-östlicher Richtung zwischen Sauer- und Kylltal und hat für den Wanderer aus dem Trierer Raum einiges zu bieten. Neben Eifelsteig und Moselsteig, die sich durch das Gebiet Trier-Land ziehen, laden auch viele attraktive Rundwege, die von der VG Trier-Land in 2015 überarbeitet und neu ausgezeichnet wurden, zu Halbtages- oder Tagestouren ein.

Einen dieser Rundwege, den Möhn-Träg-Weg in der Nähe von Welschbillig, möchte ich euch heute einmal vorstellen …

    • Start: in Möhn (Parkplatz vor der Kirche) oder in Träg (kurz hinter der Ortseinfahrt, kleiner Wanderparkplatz auf der rechten Seite)
    • Weg: Wald-, Feld- und Wiesenwege, dazu vor allem zwischen Möhn und Träg etwas Asphalt
    • Länge: ca. 10 km
    • Bezeichnung: Möhn Träg Weg (markiert mit einem Baum), gut ausgezeichnet, sowohl im als auch gegen den Uhrzeigersinn gehbar
    • Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittelschwer (ein paar langgezogene Steigungen sind dabei)
    • Höhepunkte: Aussicht auf Welschbillig, Aussicht auf die Moselberge und die Eifel, Pfarrkirche St-Luzia mit „Siebenschläfer-Altar“
    • Weitere Infos unter: Heimatverein Träg
    • GPS Download: HIER

Vielleicht ist dieser Sonntag im Oktober der letzte schöne Tag im Herbst – die Wettervorhersage verspricht jedenfalls wärmste Temperaturen mit blauem Himmel und Sonnenschein. Das Wanderherz schlägt bei diesen Aussichten höher – aber, oh Schreck, am Sonntag Vormittag versinkt Trier in dichtem Nebel, der sich einfach nicht auflösen will … Da hilft nur, das Tal zu verlassen und auf die Höhe zu fahren.

Und tatsächlich – schon kurz vor Sirzenich verschwindet die Nebelwand innerhalb von Sekunden und der versprochene stahlblaue, wolkenlose Himmel lässt mich frohlocken!

Der Möhn-Träg-Weg kann sowohl in Möhn als auch in Träg gestartet werden. Ich wähle die Anfahrt über die B51 bis zur Abfahrt Welschbillig, von dort nach Träg und parke mein Auto kurz hinter dem Ortseingang auf einem kleinen Wanderparkplatz auf der rechten Seite.

Direkt am Wanderparkplatz beginnt auch schon der Rundwanderweg, der mit einem Baum und einer 11 darin gekennzeichnet ist.

 

Zuerst geht es ein Stück über Asphalt, immer den Berg hinunter, aus dem kleinen Örtchen Träg hinaus Richtung Wald und Wiesen. Dann plötzlich fällt mein Blick auf der linken Seite auf Welschbillig mit seinem „Eifeldom“ – der schönen St. Petrus Kirche – sowie das Umland unter tiefblauem Himmel – schon jetzt ein toller Ausblick!

Welschbillig - zum Vergrößern aufs Bild klicken!

Welschbillig – zum Vergrößern aufs Bild klicken!

Schöner Blick auf Wald und Landschaft voraus

 

Der Weg führt nun über einen schönen Wiesenweg, an Pferdekoppeln vorbei, durch abwechslungsreiche, ruhige Herbstlandschaft. Ein herrlich idyllischer Weg für Genießer.

 

 

 

Dann mündet der Wiesenweg in ein herbstliches, lichtdurchflutetes Wäldchen.

 

Etwas später öffnet sich die Landschaft zur Linken wieder, während ich zur Rechten weiterhin am Wald entlang gehe. Auf den Wiesen weiden Pferde und Kühe, nur in der Ferne sind einige Autogeräusche von der Straße zu hören.

Sehr originell führt der Weg unter einem Hochsitz hindurch auf schmalen Pfaden tiefer in den Wald hinein.

 

Der Wald wird nun etwas dichter, links weit unter mir gurgelt der kleine Mordbach, der mich bis zur Jägerbrücke begleitet. Die hübsche Brücke wurde erst 2015 vom Heimatverein Möhn saniert.

 

Weiter geht’s durch den Wald bis zur Straße B422 Richtung Kordel. Über eine schöne alte Brücke erhält man hier Anschluss an andere Wanderwege der VG Trier-Land. Ich gehe jedoch geradeaus weiter.

Ich wandere nun längere Zeit durch lichtdurchfluteten Wald – goldene Herbstsonne scheint durch lichter werdenden Buchenwald – ein solches Licht gibt es nur im Herbst! Ausgedehnte Buchenwälder wie hier im „Erwener Wald“ findet man heute leider nur noch selten.

So langsam geht der Weg auch richtig in die Beine … er ist nicht extrem steil, aber doch recht giftig, da es jetzt über längere Strecke auf breiten Wanderwegen bergauf geht. Dann lichtet sich der Wald, der Weg führt nun vorbei an schönen Streuobstwiesen mit Apfelbäumen voller reifer Äpfel. Langsam aber stetig geht es hinauf auf die Höhe.

 

Blick zurück zum „Erwener Wald“

 

 

 

Dann habe ich langsam den höchsten Punkt erreicht, das Land weitet sich und ich genieße die herrliche Fernsicht.

Ach ja, ich komme dann auch noch an einem „Steinhaufen“ vorbei, der sich als Römische Langmauer entpuppt. Zu Römerzeiten wurde eine Villa Rustica in Welschbillig über imposante 72 km durch eine solche Langmauer geschützt. Über 2000 Jahre später sind noch Reste dieser Langmauer im Wald zu finden – dazu braucht man aber schon ein bisschen Phantasie … oder ein entsprechendes Hinweisschild.

Römische Langmauer Möhn

Römische Langmauer Möhn

 

Auf der Höhe angekommen bietet sich rundherum eine tolle Weitsicht – inklusive zäher Nebel im Trierer Tal.

 

 

Blick Richtung Möhn

 

Rundumblick von der Höhe – von Moselland und Hochwald bis tief in die Eifel hinein

 

Gemütlich führt der Weg nun hinab bis ins kleine Örtchen Möhn.

 

Durch den Ort Möhn hindurch geht es von nun an weiter über Asphalt. Sehenswert in Möhn ist die Pfarrkirche St-Luzia mit ihrem „Siebenschläfer-Altar“ aus dem 16. Jahrhundert, der auf die „Siebenschläfer“-Legende zurückgeht (mehr dazu HIER).

Bei meinem Besuch war die Kirche leider verschlossen.

Der Weg führt weiter über Asphalt aus dem Ort heraus und verbindet sich nun mit dem berühmten „Jakobsweg“. Zuerst biege ich nach links ab, über Wiesen und Felder geht es recht steil nach oben, bis ich wieder einen Asphalt-Weg erreiche, der sich nun eine Weile langsam nach oben windet.

Schöner Blick zurück auf Möhn

 

Vorbei an der Kapelle Santa Maria windet sich der Asphaltweg in Serpentinen den „Trägerberg“ hinauf.

 

Auf der Höhe hat man auch von hier eine tolle Aussicht über abgeerntete Wiesen und Äcker auf die umliegende Landschaft und Dörfer

Ich komme an einem Solarpark vorbei, der seit 2012 auf einem ehemaligen Militärgelände errichtet wurde. An der Schutzhütte „Jakobshütte“ biegt der Weg nach links ab, mit phantastischem Blick auf Welschbillig und die Eifellandschaft.

Welschbillig - Eifel

Welschbillig – Eifel

Oberhalb von Welschbillig verlasse ich nun den Asphaltweg und biege nach rechts Richtung Träg ab. Immer geradeaus geht es nun einen sehr schöner Wiesenweg entlang, mit Wiesen und Feldern zur Linken und einem kleinen Wäldchen zur Rechten.

Nochmal ein schöner Blick auf Welschbillig

 

Der Wiesenweg führt direkt zurück nach Träg und mündet in die Asphaltstraße, an der auch der kleine Wanderparkplatz liegt.

FAZIT:

Ein sehr schöner Weg für sonnige Frühlings- oder Herbsttage oder nicht zu heiße Sommertage. Der Weg ist in beide Richtungen ausgezeichnet markiert, die Wege sind breit und nicht zu steil, so dass dieser Rundweg für die ganze Familie geeignet ist. Zwischen Möhn und Welschbillig herrscht leider etwas viel Asphalt vor. Davon abgesehen ist der Weg sehr empfehlenswert – abwechslungsreich mit wechselnden Landschaftsbildern und phantastischen Aussichten auf Moselland, Hochwald und Eifel.

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

3 Kommentare zu “Möhn-Träg-Weg

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  2. Pingback: Aussichtsreicht über dem Tal der Sauer | Unterwegs im Trierer Land

  3. Vielen dank für die tolle Informationen. Wir gehen gerne wandern und suchen einen schönen Wanderweg den wir zur zweit Problem los überqueren können. Danke für den Tipp.

    Gruß Karin

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