Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Wanderweg „Thiels Burg – Domäne Avelsbach“

3 Kommentare

Der Aveler Bach in Trier-Kürenz, noch vor wenigen Jahren zubetoniert und begradigt, soll nun wieder zum Lebensraum für Wassertiere und Pflanzen werden und damit auch ein attraktives Naherholungsraum für gestresste Großstädter (also Trierer).  Zum renaturierten Aveler Bach gehört auch der kleine Wanderweg „Thiels Burg – Domäne Avelsbach“.
Es ist schon eine Weile her, dass ich zuletzt im Aveler Tal war. Damals wurde im Bereich des Aveler Bachs noch heftigst gebaut und renaturiert. Nun ist der renaturierte Aveler Bach fertig gestellt und ich habe mir das Ergebnis einmal auf einer kleinen Wanderung (6 km) angeschaut … …

    • Start: Weinbaudomäne Avelsbach
    • Weg: Weinbergswege, Feldwege, Schotterweg, etwas Asphalt
    • Kurzwanderung (Länge: ca. 6 km)
    • Auch gut mit der Buslinie 3 erreichbar, Haltestelle „Aveler Tal“
    • Schwierigkeitsgrad: leicht
    • Höhepunkte: renaturierter Aveler Bach, Weinbaudomäne Avelsbach, Thiels Burg, Aussicht auf Trier
    • GPS Download HIER

 

Infotafel zum Wanderweg Domäne Avelsbach (zum Vergrößern aufs Bild klicken!)

Das Gebiet zwischen Kürenz und Tarforst ist schnell erreicht und ich parke direkt an der Weinbaudomäne Avelsbach, die dem Wanderweg ihren Namen gegeben hat.  Die Weinbaudomäne wurde 1896 vom Agrarwissenschaftler Hugo Thiel als Modellbetrieb gegründet und ist heute im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz.
Parkplätze sind ausreichend vorhanden und eine Infotafel am Beginn des Wanderwegs gibt Einblick in den Weg und den renaturierten Avelsbach (siehe Bild oben).

Weinbaudomäne Avelsbach

Eines vorweg:
Wenn man diesen Wanderweg genau nachgehen möchte, sollte man sich den Weg auf der Infotafel genau einprägen (oder ggf. ein Foto davon machen), denn spezielle Wegweiser unterwegs gibt es nicht! Andererseits ist der Weg auch nicht so kompliziert, dass man sich großartig verlaufen könnte …

Über einen schönen Wiesenweg geht es direkt am Parkplatz mitten hinein in die Natur. Die Stadt – obwohl Kürenz und Tarforst in nächster Nähe liegen – scheint weit weg zu sein.

Unterwegs erzählen Infotafeln Interessantes zum Thema Flora und Fauna der Gegend und Renaturierung.

Dann biegt der Weg nach links ab, es geht durch ein Wäldchen sanft den Berg hinauf.

Schon am Ende des Wäldchens bietet sich eine schöne Sicht ins Tal.

Weit unterhalb des Wiesenwegs liegt die Weinbaudomäne.

Domäne Avelsbach mit Aveler Tal

Am Ende des Wiesenwegs überquere ich eine Asphaltstraße, etwas später macht der Weg nochmals eine Kehre nach links und schon erreiche ich die Weinberge und laufe nun oberhalb der Weinbergsgrenze immer Richtung Thiels Burg. Begleitet werde ich von einem schön Blick auf den Petrisberg. In der Ferne kann man Markusberg und Mariensäule erkennen, geradeaus grüßt die Thiels-Burg.

Blick auf den Petrisberg bis hin zur Mariensäule in der Ferne und zu meinem nächsten Ziel, der Thiels Burg

 

Auf dem Petrisberg kann man sogar den Turm Luxemburg erkennen

Petrisberg mit Turm Luxemburg

Immer geradeaus geht es nun durch den Weinberg bis zur „Thiels Burg“. Wobei „Burg“ etwas übertrieben es, mit einem Durchmesser von 11 Metern ist es wohl eher ein „Bürglein“.
Und die sieht aus der Ferne irgendwie pitoresker aus, als wenn man davor steht. Alles wirkt leider ein wenig venachlässigt. Die Mauern sind mit Graffitis beschmiert und der Bereich hinter der Gitterabsperrung wird wohl gerne mal als Müllabladeplatz benutzt. Schon seit Jahren ist hier die Rede davon, die kleine Burg zu einem Aussichtspunkt zu machen. Noch sieht es aber nicht wirklich danach aus …

Thiels Burg – Aveler Tal Trier

Ein Rundgang um die kleine Burg lohnt sich trotzdem, denn interessant ist vor allem der Blick die Burg hinauf von der Talseite. Hier hat sich der erste Pächter der Weinbaudomäne Avelsbach, Hugo Thiel, mit einem Bildnis verewigt. Darüber, als Zeichen des preußischen Engagements im Weinbau der Mosel, wacht ein Preußen-Adler. Interessant außerdem darunter, im Türsturz, die Jahreszahl 1910, das Jahr der Erbauung, mit einer Zeichnung des Halleyschen Kometen , der in diesem Jahr zu sehen war.

Thiels Burg mit Preussischem Adler über dem Portrait

Nachdem ich von hier noch einmal den schönen Blick auf den Petrisberg genieße, weiche ich erst einmal vom Wanderweg, der auf der Infotafel eingezeichnet ist, ab.

Dieser sieht nun vor, ab Thiels Burg in Serpentinen den Weinberg hinab bis zum Aveler Bach zu gehen, was mir aber ein wenig zu unspektakulär ist. Ich gehe lieber weiter oberhalb der Weinberge entlang und erst etwas später den Berg hinunter, um dann wieder auf den Wanderweg zu treffen. Durch diese Wahl komme ich nämlich in den Genuss einer wirklich prachtvollen Aussicht auf ganz Trier.

Statt den Weg hinab nehme ich also einen kleinen Pfad durch ein Wäldchen Richtung Norden. Der Pfad ist zwar schmal, aber gut begehbar.

Der Waldweg mündet in einen überraschend schönen Wiesenweg mit Aussicht.

Auch von hier hat man wieder einen herrlichen Blick auf den Petrisberg. Und ganz plötzlich wird der Blick frei auf Trier und die Paulinkirche.

Blick auf Paulinkirche Trier

Ich folge dem Wiesenweg bis zum abgeriegelten Bundeswehrbereich WTD, überquere dann eine Asphaltstraße (Kolonnenweg) und laufe nun wieder oberhalb der Weinberge entlang.

Blick zurück vom Kolonnenweg auf Thiels Burg und im Hintergrund die Korlinger Höhe und Galgenkopf.

 

Bevor es nun am Ende des Wegs hinabgeht, bietet sich eine tolle Aussicht auf ganz Trier. Von der Basilika über Dom und St. Gangolf bis zur Porta Nigra und Paulinkirche hat man alles im Blick. Dazu kommt ein herrlicher Blick auf den Markusberg, die Mariensäule und das Weisshaus mit dem Weisshauswald.

Trier mit Basilika, Liebfrauenkirche, Dom und St. Gangolf

 

Panoramablick über Trier (zum Vergrößern aufs Bild klicken!)

Trier – Panorama

 

Dann folge ich dem Weg nach links den Berg hinab zurück ins Tal bis zum Wendehammer der Auffahrt zum Bundeswehrgelände des WDT . Hier treffe ich wieder auf den Wanderweg und bin nun am Beginn des renaturierten Aveler Bachs.

 

Aveler Bach Trier

Eine idyllische Bachlandschaft empfängt den Besucher. Es sieht nicht so aus, als wäre der Trier Stadtteil Kürenz nur einen Steinwurf weit entfernt. In der Ferne, oben auf dem Berg, grüßt die Thiels Burg.

Über mehrere Jahre hinweg wurde der Bach nun wieder in einen weitgehend naturnahen Zustand zurückgeführt, dabei wurden Betonschalen entfernt und ein naturnaher Verlauf des Aveler Bachs gestaltet.

Mittelpunkt bilden schön angelegte Trittsteine, die mich wieder über den Bach führen mit einigen Infotafeln zu Flora und Fauna sowie Steinsitzbänken – das „blaue Klassenzimmer“ – denn zwischen Bach und Weinbergen können zum Beispiel auch Schüler sitzen und sich in freier Natur unterrichten lassen.

Auf diesem Weg erreiche ich bald wieder die Domäne Avelsbach.

Ich komme an einer Gedenkstele vorbei, die von den ehemaligen Schülern der Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau, Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Gartenbau in Trier 2015 errichtet wurde.

Friedensstele Domäne Avelsbach

Dann ist die Domäne Avelsbach auch schon wieder erreicht und ich beende nach knapp 6 km meine kleine Wanderung.

FAZIT:

Ein kleiner, kurzer Rundweg durch ein mit viel Aufwand renaturiertes Tal und mit tollem Ausblick auf Trier von der Höhe – und das in direkter Stadtnähe. Ein leichter Weg für jedermann, ob für den Sonntagsspaziergang oder Anschauungsunterricht für Familien mit Kindern.

 

 

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

3 Kommentare zu “Wanderweg „Thiels Burg – Domäne Avelsbach“

  1. Ich muss dir mal ein Kompliment hinterlassen. Wunderbar inspirierender und informativer Blog, der mich anspornt, mehr rauszugehen und zu entdecken, wo ich eigentlich hier (Trier/Konz) lebe. Ich habe jetzt schon definitiv einige Ideen 🙂

  2. Karin, Du bist eine sehr gute Beobachterin und Fotografin. Deine Beiträge sind sehr, sehr gut !

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