Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Premiumwanderweg „Römerpfad“

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Einer der schönsten Wanderwege der Region ist mit Sicherheit der „Römerpfad“, der neben tollen Höhenaussichten, spektakulären Höhlen, einer alten Burg und wahren Abgründen seit Ostern auch wieder den Weg durch das wildromatische Butzerbachtal mit seinen neu renovierten Stegen und Brücken beinhaltet. Im Rahmen eines Votings der Landesschau Rheinland-Pfalz wurde der „Römerpfad“ von den Zuschauern zum schönsten Wanderweg im ganzen Land gewählt.
Viele Gründe, sich diesen Weg einmal näher anzuschauen …

    • Rundwanderweg (mit Abstechern zur „Hochburg“ und „Geyersley“ 12 km, ansonsten 10 km)
    • Start: Butzweiler, Wanderparkplatz (Empfehlung: gegen den Uhrzeigersinn gehen!)
    • Alternativ: Start am Parkplatz unterhalb der Burg Ramstein
    • Weg: Wald- und Wirtschaftswege, kein (!) Asphalt
    • Premiumwanderweg, ausgezeichnet mit 69 Erlebnispunkten (Deutsches Wanderinstitut)
    • Schwierigkeitsgrad: mittel-schwer
    • Höhepunkte: Steinbruch „Putzlöcher“, Genovevahöhle, Klausenhöhle, Aussichtspunkt Geyersley, Burg Ramstein, Butzerbachtal
    • Mehr Infos auf www.roemerpfad.de
    • GPS Download HIER

Die „Bitburger“ hinauf, über Aach, habe ich in knapp 20 Minuten Butweiler erreicht. Es ist früher Sonntag Vormittag und noch habe ich die Straße fast für mich alleine. Ab Butzweiler Ortsmitte (am Brunnen „Klaus-Pauli-Platz“) muss ich mich kurz ein wenig orientieren, denn hier fehlt erst einmal ein Hinweisschild. Ich biege rechts ab, wurschtle mich durch die enge Straße und folge dann dem Schild „Putzlöcher“ nach links. Auf einer schmalen Zufahrtsstraße (ich bin froh, dass mir niemand entgegen kommt!) geht’s zum Wanderparkplatz Butzweiler, ein wunderbarer Ausgangspunkt für den „Römerpfad“.

Die Website Roemerpfad empfiehlt eine Wanderung gegen den Uhrzeigersinn, daran halte ich mich auch. Ab Wanderparkplatz geht es auch direkt los, über einen schmalen Fußweg. Zur Rechten begleitet mich ein kleines Wäldchen, links geht es an weiten Wiesen vorbei. Dann geht es in heute sonnendurchfluteten  Wald hinein.

Schon nach kurzer Zeit ist ein erster Höhepunkt des Wegs erreicht – der Steinbuch „Putzlöcher“.

Schon die Römer haben dieses Bergwerk bzw. diesen Steinbruch genutzt und erst Kupfer abgebaut, dann große Quader, zum Beispiel zum Bau der Porta Nigra, aus dem Fels geschlagen. In den Sommermonaten kann man übrigens auch nach vorheriger Anmeldung die Höhlen des einstigen Bergwerks besichtigen!

Bergwerk Putzlöcher – Römerpfad

Beim Weitergehen muss man hier etwas aufpassen. Der Wanderweg führt NICHT weiter unten auf dem breiten Weg unterhalb des Steinbruchs entlang sondern durch den Steinbruch hindurch und dann weiter auf schmalen Pfaden durch den Wald.

Anschließend geht’s in die Höhe, teilweise über Stufen den Berg hinauf durch den Wald.

Lohn der Mühe ist die herrliche Aussicht. Der Blick reicht über Butzweiler bis weit in die Moseleifel und auf der anderen Seite über die Höhenstadtteile von Trier bis in den Hochwald hinein.

Römerpfad – Blick Richtung Meulenwald und Moseleifel

Durch die jetzt so üppig blühenden Rapsfelder gehe ich an Butzweiler vorbei.

Über die Felder der Höhe erreiche ich den nächsten Höhepunkt der Tour, die „Langmauer“.

Ja, auch schon zu Zeiten der Römer haben sich die Menschen gerne „eingemauert“ – hier zu sehen an einem rekonstruierten Mauerstück einer über 70 km langen Mauer der Römer aus dem 4. Jahrhundert.

Ich lasse die „Langmauer“ hinter mir, wandere erst noch ein Stück weiter über die Höhe, dann geht es langsam wieder bergab. Auf diesem Stück des Wegs kann man bei klarer Sicht (oder mit einem Fernglas) bis nach Trier schauen.

Blick von der Höhe bis zu den Höhenlagen Triers und darüber hinaus Richtung Hochwald

 

 

Auf breiten schönen Waldpfaden gehe ich gemächlich bergab Richtung Genovevahöhle.

Kurz vor Erreichen der Genovevahöhle kann man sich noch überlegen, ob man einen Abstecher zum Aussichtspunkt“Hochburg“ wagen will. Vorausschicken möchte ich an dieser Stelle aber, dass dieser ungesicherte Felsen nur etwas für Schwindelfreie ist. Familien mit kleinen Kinden sollten diesen Abstecher meiner Meinung nach eher meiden! Es bietet sich später mit „Geyersley“ noch ein ähnlicher Aussichtspunkt, der aber durch Geländer gesichert ist.

Wer es trotzdem wagen will:
Zuerst kommt man an einer Weggabelung mit Schutzhütte vorbei, hier geht man noch ein Stück weiter geradeaus und biegt dann nach links ab. Der Weg ist (aus gutem Grund, nehme ich an), nicht beschildert!

Erst geht es einige Minuten durch ein lichtes Wäldchen, dann an markanten Felsen vorbei.

Der Weg endet auf einem ungesicherten, fast 50 m heraufragenden Felsmassiv – nicht ungefährlich!

 

Aussichtspunkt „Hochburg“ – ungesichert!

 

Entlohnt wird man mit Blick über alle Gipfel hinweg.

Römerpfad „Hochburg“

Ich gehe nun wieder zurück auf den Hauptweg und folge diesem bis zur  Genovevahöhle. Kurz vor Erreichen der Höhe wird der Pfad schmal und führt ganz nah am Fels entlang – es erinnert ein wenig an die Felsen des Wanderwegs Manternacher Fiels in Luxemburg.

 

Majestätisch schmiegt sich die Genovevahöhle in den roten Sandstein.

 

Mehrere Stufen führen hinein in die Höhle

 

 

Römerpfad – Genovevahöhle

 

Blick hinein bis zur Decke der Genovevahöhle

 

Zwischen Genovevahöhle und der sich anschließenden Klausenhöhle verläuft der Weg recht gemütlich, ohne große Höhepunkte. Zeit, ein wenig zu relaxen, denn schon bald geht es in steilen Serpentinen, teilweise mit Hilfe von Trittstufen, hinauf zur Klausenhöhle.

Auch diese Höhle diente als Schutz und zwar zeitweise auch Wohnort für Einsamkeit suchende Eremiten.

Römerpfad: Klausenhöhle

Ich gehe an der Klausenhöhle vorbei, weiter bergauf, denn noch ist der Weg hinauf noch nicht zu Ende. Es geht nochmal ein Stück den Berg hinauf, bis endlich der höchste Punkt erreicht ist.

 

Und weiter geht’s hinauf …

Nach der Klausenhöhle und bevor man die Burg Ramstein erreicht empfiehlt sich auf diesem Wegabschnitt ein Abstecher zum Aussichtspunkt „Geyersley“.

An einem Rastplatz biegt der Weg nach rechts ab (ist ausgeschildert). Über einen schmalen Pfad geht es durch ein Wäldchen bis zu bizarren Felsformationen.

 

Vom Aussichtspunkt „Geyersley“ hat man einen schönen Blick ins Tal bis hinüber zur Burg Ramstein.

Blick vom Aussichtspunkt „Geyersley“ ins Tal nach einem Gewitterregen

 

Ich beende den Abstecher zur Geyersley und gehe zurück auf den Hauptweg, dem ich nun bis zur Burg Ramstein folge. Durch den noch lichten Frühlingswald kann ich schon die Umrisse der nahen Burg erahnen.

 

Burg Ramstein mit Gaststätte

Von der ehemaligen Burg eines Trierer Bischofs ist heute nur noch ein ca. 25 m hoher Turm erhalten geblieben.

Praktisch: Der Römerpfad führt genau durch den Biergarten des Restaurants. Zeit für eine willkommene Rast! Es gibt auch einen Selbstbedienungskiosk. Und die Aussicht ins Tal gibt’s noch gratis dazu.

Der Römerpfad führt dann auf schmalen Pfaden um die Burg herum, bis hinunter zum Parkplatz (dem Alternativstartpunkt der Tour).

 

Burg Ramstein

Gut erholt geht es nun hinein ins Butzerbachtal. Zunächst geht es noch recht gemütlich auf breitem Pfad entlang des Bachs, dann wird der Weg aber schnell immer enger und steiler.

 

Durch ein wildromatisches, uriges Tal schlängelt sich der kleine Butzerbach ins Tal. An seiner Seite folgt der Wanderer dem Bach entlang schmaler Wege, Stege und über viele  kleine, gerade neu restaurierte Holzbrücken. Manchmal geht es auch nur über Trittsteine über den Bach. Viele kleine Wasserfälle des Butzerbachs säumen den Weg.

Der Pfad am Bachrand ist teilweise recht steil und je nach Wetter kann es auch glitschig werden. Zum besseren Halt helfen hier in den Fels geschlagene Taue.

So geht es immer weiter den Bach und das Tal hinauf, ganz nah am immer steiler werdenen Abhang des Bachs entlang. Auch wenn der Weg keine extremen Höhen erreicht – eine gewisse Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sollte auf jeden Fall gegeben sein!

 

Höhepunkt sind zwei übers Eck verlaufende Hängebrücken, die zwar nicht besonders lang sind aber trotzdem schon ein bisschen Mut erfordern …

Hängebrücke Butzerbachtal

 

 

 

Dann geht’s die letzten Treppenstufen hinauf und kurz darauf ist auch schon der Wanderparkplatz Butzweiler wieder erreicht.

 

Fazit:

Einer der schönsten Wanderwege in der Nähe von Trier – Punkt!
Ein Weg mit vielen interessanten Höhepunkten, dazu Ausblicke bis in Eifel und Hochwald und das Butzerbachtal, für Abwechslung ist auf jeden Fall gesorgt.
Wie bereits am Anfang schon gesagt, finde auch ich den Weg entgegen dem Uhrzeigersinn zu gehen durchaus sinnvoll. Ab Parkplatz Butzweiler hat man dann den schönen Pfad entlang des Butzerbachs als letzten Höhepunkt zum Schluss und geht diesen Weg auch bergauf, was auf Grund der oft steilen und schmalen Pfade einfacher ist als umgekehrt. Der Weg ist aber in beide Richtungen gut ausgeschildert.
Der Weg ist auch für Familien gut geeignet („Hochburg“ mit Abstrichen!), man sollte sich aber genügend Zeit nehmen. Der ganze Weg mit Abstechern ist immerhin fast 12 km lang mit ein paar knackigen Anstiegen und dazu kommen noch die vielen Highlights am Wegesrand. Wenn man dann noch ein zünftiges Picknick, am besten auf einem der schönen Picknickplätze direkt am Butzerbach, einplant, ist ein Tag schnell vorbei …

 

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

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