Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Moselsteig-Seitensprung „Klüsserather Sagenweg“

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Start an der Wetterstation Klüsserath

Es ist Mitte Mai, so langsam lohnt sich also wieder eine Fahrt an Saar oder Mosel, dorthin, wo der Wein wächst. Die Weinstöcke brauchen immer ein bisschen, bis sie im Frühjahr so richtig in Fahrt kommen, aber jetzt sind die Weinberge wieder von einem frischen Grün durchzogen und bereit, sich erwandern zu lassen … Ich habe mir für heute den Moselsteig Seitensprung-Rundwanderweg „Klüsserather Sagenweg“ ausgesucht. Namensgeber des Wanderwegs sind dabei die sagenumwobener Stationen, die dem Wanderer auf seinem Weg begegnen …

    • Klüsserather Sagenweg – „Moselsteig Seitensprung“ Rundwanderweg
    • Weg: Feld- und Wirtschaftswege, Waldwege und -pfade, kaum Asphalt
    • Länge: knapp 12 km ab Wetterstation Klüsserath, mit Zuweg ab Pfarrkirche ca. 16 km
    • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
    • Höhepunkte: viele schöne Aussichtspunkte, Hinkelstein/Eselstrapp, Platz der Gleitschirmflieger
    • GPS Download der gesamten Strecke HIER

Ich fahre in ca. 20 Minuten von Trier bis Klüsserath, zum Startpunkt der Wanderung. Das Portal des Wanderwegs befindet sich am Parkplatz der Klüsserather Wetterstation, einem kleinen Platz mit Pavillon und ein paar Bänken. Um dorthin zu kommen, muss man mit dem Auto einen recht engen Weinbergsweg hinauffahren, ein bisschen abenteuerlich ist das schon, besonders bei Gegenverkehr … Man sollte sich auch tunlichst nicht verfahren, denn Möglichkeiten zum Wenden gibt es nicht! Aber der Weinbergsweg hinauf ist sehr gut ausgeschildert und die Strecke eigentlich recht gut zu meistern.
Wer sich dennoch scheut, mit dem Auto hinauf zu fahren, kann auch direkt in Klüsserath an der Kirche parken. Von dort führt ein Zuweg zum Startpunkt des Rundwanderwegs. Für den Hin- und Rückweg sind dafür dann nochmals jeweils ca. 2 km einzuplanen.

An der Wetterstation angekommen bietet sich direkt eine phantastische Aussicht ins Moseltal, auch wenn das Wetter heute morgen recht diesig ist.

Wetterstation Klüsserath

Von hier aus wähle ich meinen Rundweg im Uhrzeigersinn. Wie bei Premiumwanderwegen üblich ist der Weg in beide Richtungen sehr gut ausgeschildert und auch von den Höhenunterschieden hat weder die eine noch die andere Seite einen Vorteil bzw. Nachteil. Der Weg im Uhrzeigersinn bietet für mich erst einmal den Vorteil, dass es eine Weile schön gemütlich an der Hangkante des Weinbergs „Klüsserather Bruderschaft“ entlang geht und ich zur Einstimmung ausgiebig den Blick auf die Mosel genießen kann.

Dann geht es plötzlich scharf nach links, bergab auf einem kleinen Trampelpfad.

Klüsserather Sagenweg – Blick auf Klüsserath und Köverich

Der Blick reicht über das Pfädchen und die Weinberge, zurück bis zur Wetterstation und meinen Startpunkt, dem Pavillon am Waldrand.

Der Pfad mündet dann wieder auf einem breiten Weinbergsweg, dem ich weiter folge. Dieser biegt dann scharf nach rechts ab, wiederum ein schmaler Pfad führt ein Stück den Berg hinauf zum Aussichtspunkt „Rudemsmännchen“, der auf einen listigen Bürgermeister zurückgeht, der bis zum heutigen Tag als Geist im Rudemswald herumspukt, zurückführt. Eine schöne Sinnesbank mit Blick ins Moseltal und eine erste Infotafel zur Sage um das Rudemsmännchen runden den Aussichtspunkt ab.

Der Weg wendet sich nun dem Moseltal ab und auf eine Hochebene im Hinterland, die zu Beginn ebenfalls mit Reben bewachsen ist. Hier lässt es sich vortrefflich durch die Weinstöcke spazieren! Der Weg führt entlang eines ehemaligen, heute ausgetrockneten Seitenarms der Mosel. Eine Infotafel informiert über die Entstehung.

Dann geht es auf breiten Forstwegen für längere Zeit durch herrlichen Wald, anschließendweiter  auf einer Hochfläche an Getreidefeldern entlang. An einer großen Kreuzung im Wald ist dann die höchste Stelle des Seitensprungs erreicht. Bis zur Klüsserather Grillhütte geht es auf einem flachen Forstweg weiter.

Auch hier steht an einer Bank am Wegesrand wieder eine Infotafel zur Sage von der „Geldkaul“, zwei Schatzsuchern, die versucht haben, einen hier verborgenen, sagenumwobenen Schatz zu heben … und bei dem Versuch ist es dann auch geblieben.

Die gemütlich-breiten Forst- und Wirtschaftswege enden nun, ein schmaler Pfad führt langsam stetig berag durch ein steiles Kerbtal an dessen Grund der kleine „Zweibach“ gurgelt und mich eine Zeitlang beleitet.

 

Am Ende dieses Pfades befindet man sich genau gegenüber von Neumagen-Dhron und außerdem am tiefsten Punkt des Wanderwegs. Ab jetzt heißt es tief einatmen, es geht erst einmal ein gutes Stück den Berg hinauf. Ein Pfad verläuft nun genau auf der anderen Seite des Zweibachs wieder nach oben.

Wie beim Weg hinab ist auch dieser Pfad sehr schmal, bei besonders steilen Anstiegen teilweise mit groben Trittstufen versehen. Bei feuchter Witterung oder nach langen Regenfällen ist hier Vorsicht geboten!

Noch ein kurzes, steiles Stück, dann ist der Aussichtspunkt „Zum Türmchen“ erreicht. Eine Schutzhütte und Bänke laden zur verdienten Rast ein.

Aussichtspunkt „Zum Türmchen“

Der Blick auf die Mosel ist von hier aus (zumindest zu dieser Jahreszeit) von dichtem belaubten Gebüsch verdeckt. Dafür entschädigt eine schöne Sicht auf Neumagen.

 

Neumagen-Dhron

Weiter führt der Weg dann abwechslungsreich, durch Wald, an Felsen entlang, über Wiesen, bis es wieder durch Weinberge geht.

An einer weiteren schönen, herrlich oberhalb der Mosel exponierten Sinnesbank, fällt der Blick wieder ins Moseltal, mit einer schönen Aussicht auf die Märtyrerkapelle auf der anderen Uferseite.

Von hier schwingt sich der Weg wieder hinauf über einen schönen Wald- und Wiesenpfad. Nur noch als kleiner Fleck in der Tiefe ist jetzt die Mosel zu sehen. Dafür erhält man einen schönen Blick Richtung Hochwald (und seine unvermeidliche Windrad-Armada).

 

Noch einen letzten Hügel geht es bergauf, dann ist der nächste Aussichtspunkt erreicht. Der Weg führt mit einem herrlichen Blick ins Moseltal am „Eselstrapp“, auch „Hinkelstein“ genannt, vorbei. Hier rettete sich laut Sage eine auf einem Maultier reitende Jungfrau durch einen Sprung ins Tal vor ihrem Verfolger. Eine Sinnesbank und weitere Bänke laden zum Verweilen ein. Dahinter steht ein mächtiger 3500 Jahre alter Hinkelstein.

 

Es geht nun nochmal bergauf durch Getreidefelder

Anschließend wieder bergab, einen schmalen, steilen Waldweg entlang. Der Pfad endet am Platz der Gleitschirmflieger. Heute ist anscheinend kein gutes Flugwetter, denn der Platz ist verlassen. An schönen Tagen kann man hier gleich Dutzende Gleitschirmfliegern gleichzeitig beobachtet. Dafür entschädigt wieder einmal die tollen Ausblicke auf das Moseltal.

 

Anschließend sind es nur noch wenige Gehminuten an der Hangkante entlang mit wunderschöner Aussicht bis zurück zum Start/Ziel an der Wetterstation.

FAZIT:

Ein schöner, mittelschwerer Rundweg, der neben prachtvollen Aussichten ins Moseltal auch noch einige schöne Geschichten mit entsprechenden Ruhebänken (davon gibt es wirklich einige!) zu bieten hat. Die Wege sind gut zu gehen, die Steigungen des Kerbtals sind allerdings ganz schön knackig, wie es sich für einen Premiumwanderweg gehört. Wer nicht an der Wetterstation parken möchte, beginnt seine Wanderung an der Kirche Klüsserath. Der Weg hinauf aus dem Moseltal ist dann aber nochmal eine extra Herausforderung.

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

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