Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Rösterkopf-Rundwanderweg im Osburger Hochwald

Sommer 2018 – das bedeutet wochenlange Hitze, wie man sie bei uns nur alle paar Jahre mal erlebt. An und für sich ist das ja schön – schließlich ist ja Sommer – aber was macht der Wanderer in dieser Zeit? Auch für heiße Tage gibt es in unserer Region viele Möglichkeiten, wandern zu gehen, vorzugsweise in den Wald. Einer dieser Wanderwege befindet sich im Osburger Hochwald und führt zur Ruwerquelle und einem seltenen Hochmoor …

    • Rösterkopf-Rundwanderweg – ausgeschilderter Rundweg („RR“)
    • Weg: Waldwege, Wirtschaftswege, sehr wenig Asphalt
    • Länge: 10 km
    • Schwierigkeitsgrad: leicht – mittel
    • Höhepunkte: Ruwerquelle, Weyrichsbruch
    • GPS Download der gesamten Strecke HIER

Der Rösterkopf ist mit seinen 708 m einer der höchsten Erhebungen im Hunsrück und der höchste Punkt des Osburger Hochwaldes.

Als Startpunkt des Rösterkopf-Rundwanderwegs habe ich mir den Wanderparkplatz „Hochmoor“ in der Nähe des Weyrichsbruch ausgesucht, der aber nicht leicht zu finden ist (nicht ausgeschildert). Ich bin trotz GPS erst einmal vorbeigefahren. Der Parkplatz liegt an der K75, die von Kell am See zur L146 führt. Wer ihn findet auch ausreichend Parkmöglichkeiten am Stausee Kell. Die Wegstrecke verlängert sich dann natürlich entsprechend.

Der überwiegende Teil der Strecke besteht aus gut zu gehenden, breiten Waldwirtschaftswegen und genau so geht der Weg am Wanderparkplatz auch los. Der Weg ist in beide Richtungen mit dem Zeichen „RR“ gut ausgeschildert. Ich gehe die Strecke gegen den Uhrzeigersinn, dann hat man den interessanteren Teil des Wegs am Schluss.

Über die Kreisstraße hinweg geht es auf breiten Wirtschaftswegen durch den Wald.

Im Gebiet des Rösterkopfes entspringen zahlreiche Quellen, eine davon ist die Quelle des Spalbachs, an der ich schon nach kurzer Zeit vorbei komme.

Weiter geht es durch den Wald.

Der Weg ist einfach zu gehen aber wenig abwechslungsreich. Da lohnt sich im Sommer ein Blick nach links und rechts auf die vielen Blumen und Kräuter am Wegesrand.

Der nächste Quellfluss auf dem Weg ist dann die Ruwer. Die Ruwer ist ja eigentlich eher ein Bach als ein Fluss und nur 46 km lang. Aber der Fluss hat es auf Grund seiner Weinlagen doch zu einem gewissen Bekanntheitsgrad gebracht. Immerhin waren die Weine bis vor einigen Jahren als „Mosel-Saar-Ruwer“ ein Begriff über die rheinland-pfälzischen Grenzen hinaus. Darüber hinaus ist die Ruwer immerhin der wasserreichste Nebenfluss der Mosel.

Danach geht es lange Zeit auf breiten Waldwegen im großen Bogen um den Rösterkopf. Der etwas ereignisarme Weg bietet mal wieder viel Zeit zur Naturbeobachtung …

Auf breitem Weg geht es an einer steilen Hangkante entlang

Erst nach ca. 2/3 des Wegs wird’s wieder interessanter. Der Weg biegt scharf nach links ab und führt nun schmal und zeitweise kaum noch erkennbar durch den Wald.

 

Auf diesem abwechslungsreichen, interessanten Wegabschnitt vereint sich der Rundweg für kurze Zeit mit dem Saar-Hunsrück-Steig.

Durch die Vereinigung mit dem Saar-Hunsrück-Steig ist der Weg hier etwas abwechslungsreicher und naturnaher gestaltet und es macht einfach Spaß, an heißen Sommertagen unter dem kühlen Blätterdach entlangzuwandern.

Nun nähere ich mich langsam dem Weyrichsbruch, einem Quellmoor, welches nur über einen Holzsteg („Knüppeldamm“) passiert werden kann. Dieser Biotopkomplex ist immer noch im Wesentlichen intakt. Das Quellmoor wird permanent gleichmäßig aus dem Untergrund mit Wasser versorgt und bietet seltenen Tieren und Pflanzen ein Zuhause.

Der Knüppeldamm gibt den Wanderern die Möglichkeit auf einem 300 Meter langen Steg das Moor zu durchwandern, ohne das Biotop zu betreten.

Über den Knüppeldamm ins Quellmoor „Weyrichsbruch“

Dem gemeinen Wanderer (also mir) erschließt sich diese Artenvielfalt nicht unbedingt. Eine große Infotafel sorgt für Aufklärung. Hauptsächlich bedecken – jetzt im Sommer – große Farne das Moor.

 

Moorbirken im Quellmoor Weyrichsbruch

Nicht nur seltene Flora auch seltene Faune trifft man hier an – z.B. Schmetterlinge, die man im eigenen Garten kaum noch sieht, wie Pfauenauge …

Pfauenauge (Aglais io)

…. und Kaisermantel

Kaisermantel (Argynnis paphia)

Weitere Informationen zum Quellmoor: Weyrichsbruch – Geheimnisvolles Moor im Hochwald

Nur wenige Meter nach dem Ende des Knüppeldamms erreiche ich auch schon wieder den Parkplatz an der K75.

FAZIT:

Ja, der Weg hat seine Längen. Nichtsdestotrotz ist es ein schöner, fast gemütlicher Rundweg, ohne allzu große Höhenunterschiede.
Wie geschaffen also für heiße Sommertage, denn er führt ausschließlich durch Waldgebiet. Und mit dem Quellmoor „Weyrichsbruch“ hat man auch noch ein schönes Highlight auf dem Weg.
Zum anschließenden Relaxen bieten sich die Cafés und Restaurants des nahe gelegenen Keller Sees vorzüglich an.

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

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