Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

„Seitensprung“: Saar-Riesling-Steig

Ein Kommentar

Ganz in der Nähe von Trier wartet auf den Wanderer eine ganz besondere Herausforderung: Mit seinen ca. 18 km gehört der „Saar-Riesling-Steig“ zu den längeren der Moselsteig „Seitensprünge“. Für diesen Premiumwanderweg sollte man also viel Zeit einplanen! Denn es gibt unterwegs einiges zu entdecken: Urige Pfade durch lauschige Wälder, aussichtsreiche Höhen, Wiesen und Weinberge und immer wieder wunderschöne Ausblicke ins Saartal. Der Weg ist nicht ganz leicht, aber wenn man genug Zeit einplant, gut zu bewältigen. Dem Wanderer bieten sich außerdem 3 verschiedene Zuwege zum Saar-Riesling-Steig, in Schoden, Ockfen und Wiltingen. Ich beginne meine Tour am Bahnhof in Schoden und mache mich auf den Weg …

    • „Moselsteig Seitensprung“ Rundwanderweg
    • ca. 18 km – Tageswanderung!
    • Start: Schoden, Sportplatz mit 0,4 km Zuweg zum Wanderweg (auch für Bahnreisende gut geeignet)
    • Nach Schoden mit der Bahn: RB 33985 in Richtung Merzig(Saar)
    • Alternativer Einstieg: Ockfen oder Wiltingen
    • Weg: Wald- und Wirtschaftswege, kaum Asphalt
    • Premiumwanderweg, ausgezeichnet mit 54 Erlebnispunkten (Deutsches Wanderinstitut)
    • Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwer
    • Mehr Infos: FLYER der Saar-Obermosel-Tourist
    • Höhepunkte: Aussicht Schleidkreuz, 3-Skulpturen-Blick, Westwall Bunker, Waldlehrpfad im Zippborntal, Aussicht Fernsehturm, Felsmassiv Bockstein, Bismarckturm
    • GPS Download HIER

Über Konz führt mich die Anfahrt auf kleinen, engen Straßen, immer dicht an den Weinbergen entlang, über Wiltingen nach Schoden. In Schoden dann nur noch kurz von der Hauptstraße rechts abbiegen und schon ist man am Startpunkt der Wanderung, am Sportplatz Schoden, angekommen. Hier ist ausreichend Platz und ein gut ausgezeichneter Zuweg führt mich durch die Unterführung des kleinen Bahnhofs und durch Schoden hindurch zum Einstieg in den Saar-Riesling Steig.

An einer blauen Bank gehts los, hier habe ich beim Blick zurück schon einen schönen Blick auf Schoden und das Tal. Jetzt muss ich mich entscheiden, ob ich im oder gegen den Uhrzeigersinn wandern will. Natürlich ist der Saar-Riesling-Steig wie alle Premiumwanderwege in beide Richtungen beschildert.

Ich entscheide mich für die  Route im Uhrzeigersinn und erreiche schon nach wenigen Metern bergauf die Marienkapelle.

Über idyllische Wege gehend gewinne ich weiter an Höhe. An einer Kreuzung führt ein kleiner Abstecher zur Aussicht am Schleidkreuz. Der offizielle Wanderweg biegt hier nach links ab, ich folge aber erst einmal dem Wegweiser zum Schleidkreuz. Hier belohnt eine tolle Aussicht auf Schoden, die Saar und die umliegenden Weinberge den Abstecher.

Vom Schleidkreuz Blick auf Schoden und Biebelshausen

Auf gleichem Weg gehe ich wieder zurück bis zur Gabelung und folge nun weiter dem Saar-Riesling-Steig.

Der Premiumwanderweg trennt sich nun vom Waldweg und führt leicht links nach oben. Unter mir kann ich noch einige Zeit den „normalen“ Waldweg erkennen.

Ein idyllischer Waldweg führt weiter den Berg hinauf.

Dann erreiche ich eine weitläufige Höhe. Auch wenn die Bilder es nicht direkt hergeben (es war recht warm, aber zwischendurch auch immer wieder ziemlich wolkig) : Hier sollte man sich an einem warmen Sommertag einmal die Zeit nehmen und sich einfach ein paar Minuten ins Gras setzen, die Augen schließen und nur dem Wind in den Gräsern und dem Summen der Insekten zuhören … Ein Fest für die Sinne!

Im Anschluss lädt ein herrlicher Aussichtspunkt mit dem etwas hochtrabenden Namen „3 Skulpturen Blick“ zur Rast ein. Von hier aus hat man nicht nur eine phantastische Aussicht auf den Wiltinger Saarbogen, sondern man soll von hier aus angeblich auch drei Skulpturen des Skulpturenwegs Saar erkennen können. Eine etwas gewagte Theorie … Zumindest ein Fernglas ist für dieses Vorhaben von Vorteil!

Schöner Blick zurück auf Schoden, Biebelshausen und die Saar

 

Blick zurück auf Schoden und Biebelshausen

 

Den Blick nach vorne gerichtet hat man eine schöne Sicht auf Wiltingen und den Kanzemer Altenberg.

Die Saar mit Wiltingen und dem „Saardom“

Ich gehe nun wieder durch Wald und komme nach kurzer Zeit an einem alten Bunker vorbei. An der unteren Saar, am rechten Saarufer, verlief der so genannten „Westwall“, der zwischen 1936 und 1940 als Kette von Kampfbunkern und Stellungen erbaut wurde. Heute erinnert unter anderem der Bunker „Augsburg“ am Rande des Saar-Hunsrück-Steigs als Mahnmal an diese Zeit (Mehr Infos HIER)

Westwall Bunker „Augsburg“ bei Schoden

Am Ende eines langen Pfads bietet sich eine schöne Sinnesbank mit herrlichem Blick auf Wiltingen zur Rast an, denn nun folgt ein sehr anstrengender Teil des Wegs durch das Zippborntal. Von der Sinnesbank aus kann ich sogar bis zum Galgenberg und seinem markanten weißen Gipfelkreuz sowie der Steinskulptur „Passagio Animato“ schauen, wo ich so oft und gerne wandern gehe.

Mit einem letzten Blick zurück verabschiede ich mich vorerst vom offenen Land und tauche für längere Zeit in den Wald hinein.

Der „Seitensprung“ führt jetzt durch das Zippborntal und anschließend durchs Zappborntal (!) langsam aber stetig bergauf. Auf naturnahen Pfaden durch den Wald gehe ich vorbei an vielen interessanten Informationstafeln eines Waldlehrpfades hinauf ins obere Tal.

Immer weiter führt mich der Weg an einem (ausgetrockneten) Bachbett entlang – es sieht tatsächlich nicht so aus, denn der Weg wird nie „richtig“ steil, aber es ist sehr anstrengend! Mal ist der Weg etwas flacher, dann wieder steiler ansteigend … und irgendwie kein Ende in Sicht ….

Aber dann ist es doch irgendwann geschafft und dem Anstieg durch den Wald folgt ein schöner, ebenerdiger Waldweg.

Aber die Freude währt nicht lange, denn schon bald geht es wieder aufwärts. Bis zum Fernsehturm muss ich noch hinauf, dann ist der höchster Punkt der Tour erreicht.

Fernsehturm – Schoden

Als Lohn der Mühe erwartet mich nun am Waldesrand eine Sinnesbank mit phantastischer Aussicht auf das Saartal bis nach Saarburg und darüber hinaus nach Luxemburg. Ein wunderschönes Plätzchen für eine verdiente Pause!

 

 

Der Weg führt mich nun weiter durch lichtdurchfluteten Eichenwald, ganz nah am Fernsehturm vorbei Richtung „Krohkreuz“.

Zum „Krohkreuz“ selber führt ein kleiner Abstecher. Außer einer schönen Bankgruppe und dem namensgebenden Kreuz gibt es aber nichts zu sehen, also gehe ich schnell weiter, denn der Weg ist noch lang.

Saar-Riesling-Steig „Krohkreuz“

Wieder auf dem Seitensprung zurück führt der Pfad nun bergab. Zeitweise geht es – gerade zu anfangs – recht steil hinunter – bei Nässe muss man hier vorsichtig sein! Die Schiefermauern im Wald lassen erahnen, dass es hier früher auch einmal Weinberge gegeben hat.

Weiter geht es hinab, schließlich nicht mehr so steil. Ich passiere einige kleine Fischweiher, dann wird der Wald langsam lichter und offenes Gelände empfängt mich mit warmem Sonnenschein.

Auch hier zeugen alte Weinbergsmauern von früherem Weinbergsbetrieb, sogar an einem alten, zerfallenen Weinbergshaus komme ich vorbei.

Nun folgt der vielleicht schönste Streckenteil des „Saar-Riesling-Steigs“. Ein schöner Weg führt erstmals entlang der Weinberge mit vollreifen Riesling-Trauben, die dem Steig einen Teil seines Namens gegeben haben.

Beim Blick zurück sehe ich den Fernsehturm, an dem ich vor noch nicht allzu langer Zeit vorbei gekommen bin.

Es geht nun wieder leicht bergauf. Hinter der nächsten Kurve fällt mein Blick das erste Mal ins offene Saartal auf Ockfen und im Hintergrund Saarburg.

Es wird wieder steiler. Ich gehe nun bergauf bis zum Waldrand, die herrliche Aussicht zur Linken immer im Blick.

Blick auf Saarburg vom Saar-Riesling-Steig

Nach einem letzten Blick ins Saartal gehe ich zwischen Wald und Weinbergen leicht bergan Richtung Bockstein.

Ein schmaler Pfad führt nun hinauf zum Felsmassiv „Bockstein“ mit Gipfelkreuz.

 Die imposanten Granitsteine des Ockfener Bocksteins und das dazugehörige Holzkreuz sind die Wahrzeichen der Gemeinde Ockfen und der dazugehörigen Weinlage „Ockfener Bockstein“ (mehr Infos HIER). Ganz Mutige kraxeln bis zum Gipfelkreuz und zum Ende des Granitfelsens hinauf. Von hier hat man wieder einmal eine wunderschöne Aussicht Richtung Saartal.

Es geht steil hinauf …

 

Ich umrunde die Granitfelsen auf einem schönen, schmalen Pfad. Dann ändert sich der Weg langsam. Noch ist er schmal, führt aber nun wieder durch hohen, grünen Waldbestand. Dann wird der Weg breiter und führt wieder in die Weinberge hinein.

 

Nund folgt wieder eine sehr schöne, aussichtsreiche Strecke oberhalb der Weinberge entlang mit Blick auf die Saar, Ockfen bis hin nach Saarburg.

Blick die Weinberge hinab über die Dächer von Ockfen

Weiter geht’s oberhalb der Weinberge entlang – Saarburg und weitere Weindörfer an der Saar wie Ayl und Biebelshausen kommen in Sicht.

 

Blick auf Saarburg

Über eine kurze, steile Treppe erreiche ich das letzte Highlight des Rundwegs, den gut erhaltenen Bismarckturm. Ursprünglich zu Ehren des deutschen Reichskanzlers Fürt Otto von Bismarck erbaut, bietet er heute einen Panoramablick auf die Gemeinden Ayl, Biebelhausen und Schoden und die Saar.

Bismarckturm – Schoden

 

Blick vom Bismarckturm ins Saartal

Auf den ersten Blick macht das kleine Türmchen nicht unbedingt einen großartigen Eindruck, aber von oben bietet er nochmals eine traumhafte Aussicht ins Saartal – ein krönender Abschluss der Rundtour.

Vom Bismarckturm überblickt man das gesamte Saartal, man kann sogar (mit scharfem Blick) die Burg von Saarburg erkennen.

Saarburg mit Burg

 

Saarburg – Burg – vom Saar-Riesling-Steig aus gesehen

Eine kleine asphaltierte Straße führt mich nun entspannt bergab geradewegs zum Einstieg des Saar-Riesling-Steigs an der blauen Bank und zurück nach Schoden und zum Parkplatz.

FAZIT:

Ein langer Premiumwanderweg, für den man wirklich Zeit mitbringen sollte. Es gibt viel zu sehen und das Landschaftsbild ändert sich ständig. Trotz seiner mehr als 18 km wird es auf dem Weg nie langweilig. Mir hat dieser Weg rundum gut gefallen. Es gibt auch viele weitere Wege und kleine Straßen in diesem Gebiet, so dass man bei guter Planung den Weg auch in zwei oder drei Abschnitten gehen kann. Wer hierfür Tipps braucht, kann sich gerne bei mir melden!

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

Ein Kommentar zu “„Seitensprung“: Saar-Riesling-Steig

  1. Sehr schöne und sehr abwechslungsreiche Tour. Wir sind sie Ende Okt gegangen, da waren die Weinberge nicht grün, sondern gelb und die Wälder rot-gelb-braun, das war auch sehr interessant. Die Tour ist durchaus schweißtreibend (mein GPS-Gerät hat nicht 18, sondern mehr als 20 km gemessen), aber es macht viel Spaß, sie zu gehen. Einzige offene Frage für mich: Warum führt die GPS-Tour nicht direkt bis zum Fernsehturm, sondern biegt kurz vorher ab und dann im Wald an ihm vorbei?

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