Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Traumschleife „Wein- und Naturpfad Palmberg Ahn“

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Eine meiner letzten schönen Herbsttouren führte mich in diesem Jahr nach Luxemburg, ins kleine Örtchen Ahn. Ahn ist entweder links der Mosel über die B49 (Igel, Wasserbillig) oder rechts der Mosel über die B51/B419 (Konz, Temmels) sehr gut zu erreichen. Alleine die Fahrt an der Obermosel entlang ist an einem schönen, sonnigen Herbsttag schon die Reise wert …

    • Premiumwanderweg „Traumschleife“
    • Weg: viele Weinbergspfade und -wege, Waldwege, kaum Asphalt
    • Länge: ca. 9 km
    • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer bis schwer
    • Bewertung des Deutschen Wanderinstituts: 73 Erlebnispunkte
    • Start der Tour: Ortsmitte von Ahn, Luxemburg
    • Höhepunkte:  wunderschöne Aussicht ins luxemburgische Moseltal, Muschelkalkfelsen und Buchsbäume des Palmberges, naturbelassenes Donverbachtal
    • GPS Download HIER

Im kleinen Örtchen Ahn angekommen habe ich zunächst einmal Schwierigkeiten, einen geeigneten Parkplatz zu finden. Ich bin spät dran und auf dem angegebenen (kleinen) Parkplatz ist alles belegt. Ich weiche aus auf den Parkplatz oberhalb des Friedhofs – eigentlich eine gute Ideeca, denn genau hier endet später auch der Rundweg. Und schon von hier aus hat man einen einen ersten schönen Blick auf Ahn, umgeben von zu dieser Jahreszeit herrlichen Weinbergen.

Ahn – Luxemburg/Mosel

Der Rundweg führt mich dann zuerst über Asphalt durch den Ort und dann – fast hätte ich es übersehen – scharf nach links über eine kleine Holzbrücke über den Dovensbach. An Weinreben entlang geht es idyllisch und aussichtsreich Richtung Felsen über einen Grasweg.

Immer weiter führt mich der Weg durch die Weinberge hinauf – und das (auch wenn es nicht unbedingt so aussieht) auf nicht immer leicht zu gehenden, teilweise steilen und steinigen Pfaden. Mein Tipp: Walkingstöcke mitnehmen!

Direkt unter den imposanten Muschelkalkfelsen vorbei führt der Weg weiter mitten durch die Weinberge hindurch.

Schöner Blick hinunter nach Ahn durch die Weinreben hindurch.

 

Geradeaus, die Mosel abwärts, fällt der Blick auf die luxemburgische und deutsche Mosellandschaft mit seinen schönen Weinbergen.  Auf deutscher Seite kommt das Weindorf Nittel in Sicht – auch hier bin ich an einem sonnigen Herbsttag schon durch die Weinberge und Felsenlandschaft gewandert (Naturschutzgebiet Nitteler Felsenweg).

Eine schöne Schutzhütte mit Tischen und Bänken lädt zu einer Pause ein. Leider ist die Hütte gerade von einer trinkfreudigen Reisegruppe besetzt … da will ich nicht weiter stören.. Weitere Bänke oder andere Rastplätze sind aber weit und breit trotz der schönen Aussicht leider nicht in Sicht, da heißt es tapfer weiterwandern …

Die Vegetation ändert sich nun. Die Weinstöcke verschwinden, breite Wald- und Wirtschaftswege führen über Schotter und Gras – Büsche wachsen rechts und links des Weges, bis auf das Höhenplateau des Palmbergs.

Über das Plateau geht es auf einem Waldweg nun noch ein Stück geradeaus, den durch den Wald hinauf und über eine Spitzkehre wieder zurück. Dieser Wegabschnitt auf dem Forstweg ist recht unspektakulär und kann auch abgekürzt werden.
Dann weitet sich das Land – der Blick reicht vom Donverbachtal über Luxemburg bis weit nach Lothringen. Auf den Wiesen des Palmbergs können Naturliebhaber im Frühjahr schöne Orchideen entdecken.

Am Horizont – über abgeerntete Getreidefelder hinweg – kann ich heute allerdings nur die Nebelfahnen der Kühltürme des Atomkraftwerks Cattenom erkennen … ziemlich nah … ein mulmiges Gefühl ….

Ich möchte lieber an schöne Dinge denken und widme mich weiter meinem Weg. Ein schöner Pfad führt weiter auf dem Plateau entlang, das Donverbachtal immer im Blick.

 

Schließlich führt der Weg wieder weg vom Plateau, leicht bergab zum weißen Gipfelkreuz des Palmebergs. Rund um das Gipfelkreuz heißt es erneut gut aufpassen: es ist recht steil und der Untergrund besteht fast nur aus Geröll – da kann man (vor allem bei Nässe!) leicht ins Rutschen kommen.

Gipfelkreuz Palmberg

Vom weißen Gipfelkreuz aus führt nun ein schmaler Pfad bergab durch den unvergleichlichen Buchsbaumbestand des Palmbergs. Die Buchsbäume des Palmbergs sind tatsächlich die einzigen natürlichen Buchsbaum-Vorkommen in ganz Luxemburg. Auf diesen schmalen Pfaden heißt es langsam gehen und seine Sinne schärfen – es riecht soooo gut!

Schöner Blick über Weinreben hinweg auf das Örtchen Donboven

Vom Palmberg hinab Richtung Donverbach durchquere ich einen ehemaligen Weinberg, der wohl aufgegeben und inzwischen zugewachsen ist – nur die alten Weinbergsmauern zeugen noch von der ehemaligen Nutzung.

Immer weiter führt der Weg hinab, die Weinberge lasse ich nun endgültig hinter mir. Durch ein schmales Gatter – gerade breit genug für einen Menschen – durchquere ich nun das Gebiet des „Highland Cattles“, also  der schottischen Hochlandrinder, auf die mich ein Schild hinweist. Und tatsächlich sehe ich ein paar der imposanten Tiere – Gott sei Dank in gebührender Entfernung …. mit gebührlichem Respekt schleiche ich mich über eine große Wiese. Über große Trittsteine und ein weiteres Gatter geht es dann wieder hinaus.

Nun habe ich das Donverbachtal erreicht. Es wird feucht und kühl. Ein schmaler Pfad führt am Bach entlang, ab und zu muss auch das Bachbett überquert werden. Dicke Steinbrocken helfen dabei.  Urwüchsig und natürlich wild präsentiert sich das Donverbachtal. Das ganz große „einsame Schlucht“ Gefühl will sich bei mir aber dennoch nicht so richtig einstellen, denn direkt daneben, etwas höher gelegen, brausen die Autos auf der Landstraße 142, die zwischen Flaxweiler und Ahn verläuft, entlang – unsichtbar aber leider nicht ‚unhörbar‘.

Donverbachtal

Dennoch ein sehr schönes Stück Wegstrecke – auch hier sind Wanderstöcke von Vorteil, die dabei helfen, über Felsen und Steine den Bach zu überqueren.

Donverbachtal

Viel zu schnell ist die wilde Schlucht auch schon wieder zu Ende – die besagte Landstraße wird überquert und es geht nochmal hoch hinauf in den Wald.

Anschließend folgt ein letztes Stück hinab durch Weinberge zurück nach Ahn. Der Weg endet – wie bereits am Anfang beschrieben – direkt am Parkplatz Friedhof und somit am Ausgangspunkt der Wanderung.

FAZIT:

Vor allem im „goldenen Oktober“ (oder zumindest bei einem solchen Wetter) ist diese Tour sehr empfehlenswert. Wunderschöne Weinberge mit herrlichen Aussichten auf die Mosel, Hochlagen, steile Weinbergspfade und eine wild-verzauberte Bachlandschaft lassen keine Wünsche an das Wanderherz offen.
Ganz wichtig: Auf jeden Fall sollte man trittsicher sein, denn immer wieder geht es über recht steile und vor allem geröllige Pfade, auf denen man leicht ins Rutschen kommen kann. Im Donverbach Tal muss man mehrere Male der Bach auf großen und kleinen Steinen überquert werden – insgesamt sind Walkingstöcke also durchaus empfehlenswert.
Mit 9 km ist dieser Wanderweg nicht sehr lang, hat es aber teilweise „in sich“, ist also nicht zu unterschätzen. Und die ein oder andere Bank wäre auf einem so schönen Weg wäre auch nicht schlecht …

Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

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