Unterwegs im Trierer Land

Wandern an Obermosel, Saar & Ruwer

Traumschleife „Schillinger Panoramaweg“

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Einer der letzten schönen Tage des Herbstes lädt nochmal zu einer ausgedehnten Runde ein. Da sich der Nebel in den letzten Tagen an Mosel und Saar sehr lange hält, wähle ich eine Tour Richtung Hochwald. Wenn sich in der Frühe in den Flusstälern noch zäh der Nebel hält, strahlen hier schon Sonne und blauer Himmel um die Wette. Also wähle ich für diese Herbstwanderung den Schillinger Panoramaweg und mache mich auf den Weg …

    • Von der Freizeitanlage Schillingen mit Panoramaaussicht in den Osburger Hochwald bis zum Keller See
    • Rundwanderung, Weg: Feld- und Waldwege, lange Abschnitte mit pfadigen Wegen, sehr wenig Asphalt
    • Länge: je nach Wahl der Strecke ca. 11, 13 oder 15 km – leicht bis mittelschwer
    • Sehenswürdigkeiten: Fatimakapelle, Panoramaaussichten, Fernblicke, Keller Stausee
    • Erlebnispunkte des Deutschen Wanderinstituts: 66 Punkte
    • GPS Download HIER (gps-tour.info) oder HIER (Alltrails)

Start der Wanderung ist die Freizeitanlage Schillingen – kurz hinter der Ortseinfahrt Schillingen biegt der Weg nach rechts Richtung Freizeitanlage ab, diesem folge ich noch ca. 2 km bis zu einem großen Parkplatz. Hier startet auch direkt der Panoramaweg.

Der Startpunkt ist mit einem hölzernen Einstiegsportal stilecht markiert. Von hier geht es durch bunten Herbstwald entlang des Flonterbachs.

Nach wenigen Gehminuten erscheint rechter Hand die Fatima-Kapelle.

 

An der Stelle eines Bildstocks wurde 1936 eine Marien-Statue von der portugiesischen Pilgerstätte Fatima aufgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vor der Grotte eine Kapelle gebaut. Sie wurde 1951 eingesegnet und ging 1971 in den Besitz der Kirchengemeinde über. Auch heute noch zieht sie viele Gläubige an.

 

 

 

 

Dann geht es weiter durch dichten herbstlich-bunten Baumbestand in Richtung des Ortes Heddert.

Entlang von Feld- und Weideflächen führt der Weg uns zum Ort Schillingen. Hier öffnet sich das Panorama jetzt auch Richtung Osburger Hochwald.
Schillingen liegt idyllisch inmitten von Wiesen, Ackerland, Streuobstwiesen und Pferdekoppeln im Naturpark Saar-Hunsrück.  Von allen Seiten kann  man wunderbare Aussichten in den Hochwald genießen.
Der Weg ist weiterhin sehr natürlich und verläuft ohne allzu große Höhenunterschiede, ja, fast gemütlich, an Streuobstwiesen entlang bis zu einem schönen Rastplatz oberhalb des landwirtschaftlichen Betriebs „Tannenhof“.
Mit ihrer Photovoltaikanlage und Biogasanlage wird hier in erster Linie Energie aus erneuerbaren Energien erzeugt. Dabei wird u.a. Strom für über 2.000 Haushalte produziert und zum Beispiel die Grundschule und Mehrzweckhalle umweltfreundlich geheizt.
Anschließend führt der Panoramaweg leicht bergauf, durch landwirtschaftliche Äcker und Wiesen, mit schönem Blick zurück auf Schilligen.
Die Äcker blühen gerade zartgelb und es kommt mir tatsächlich so vor, wie im April zur Rapsblüte. Ähmmm … Moment … Raps im Oktober?
Nein – hier hat der Landwirt zur Bodenverbesserung Ackersenf (Sinapis arvensis) gesät. Der Ackersenf verhindert so, dass der Acker bis zum nächsten Frühjahr brach liegt oder durch Auswaschen von Nährstoffen geschädigt wird. Und für den Wanderer hübsch aussehen tut’s zudem auch noch …
Schöner Blick über blühende Senffelder Richtung Schillingen
Bevor ich den Keller Stausee erreiche geht es nochmals kurz durch den Wald. Hier bietet sich auch die erste Möglichkeit einer Abkürzung. Wer den Keller See nicht kennt, sollte aber diese kleine zusätzliche Schleife machen. Denn nicht lange dauert der Waldweg und schon blitzelt der See durch die Bäume.
Der Wanderweg führt durch parkähnliches Gebiet recht nah am Weg entlang und bietet schöne Aussichten auf den See. Der 13 ha große See ist ein bekanntes Naherholungs- und Urlaubsgebiet im Herzen des Naturparks Saar-Hunsrück. Heute ist aber trotz schönstem Spätherbstwetter nicht viel los, ich kann die Idylle ganz für mich alleine genießen.
Das Café-Restaurant Hau’s am See direkt am Wasser bietet eine schöne Möglichkeit zur Rast
Schließlich führt der Wanderweg über den Damm der Staumauer des Sees und biegt dann rechts ab.
Über einen schmalen, pfadigen Weg gehe ich nun Richtung Campingplatz und umrunde das Freibad Schillingen. Am Ortseingang von Schillingen führt die Schleife wieder mit dem Rundweg zusammen.
Vor den ersten Häusern gehe ich weiter durch Wäldchen und über einen Wiesenweg leicht bergauf.
Entlang von Streuobstwiesen umrunde ich Schillingen und gewinne langsam leicht an Höhe.  Beim Blick zurück erschließt sich ein schöner Blick auf Schillingen und den Hochwald.
Dann führt mich der Weg an einer großen Weide mit Glan-Rindern vorbei. Diese einst typischen Hochwald-Kühe sind sehr widerstandsfähig und gesund und geben darüber hinaus auch noch viel Milch . Trotz all dieser Vorteile ist das Glan-Rind aus der modernen Landwirtschaft fast komplett verschwunden.
Weiter geht es über herrlichen Wiesen mit schöner Aussicht bis zum höchsten Punkt der Wanderung, dem sechs Meter hohen Aussichtsturm „Sieben-Köpfe-Blick“, von dem man auf sieben Bergrücken der Umgebung blicken kann.
Der Panoramablick geht über Schillingen und Kell am See hinweg Richtung Hochwald. Bei guter Fernsicht kann man sogar bis zum Erbeskopf schauen. Insgesamt sieben „Köpfe“ mit 500 bis über 800 Meter Höhe sind auf einer Tafel beschrieben. Der Sieben-Köpfe-Blick schweift über Rösterkopf, Erbeskopf, Sandkopf, Teufelskopf, Schimmelkopf, Raukopf und den Heidkopf.
Ich verlasse den Aussichtsturm und komme kurze Zeit später an den Beginn einer weiteren Schleife. Hier kann man sich wiederum entscheiden, ob man weiter geradeaus in den Wald geht oder nach rechts den Berg hinab direkt Richtung Parkplatz.
Die Schleife führt erst durch Wiesen, dann durch einen Wald zum Flonterbachtal hinab.

Hier folge ich dem idyllischen Flonterbach und gelange dann am Waldweiher entlang zurück zur Freizeitanlage.
FAZIT:
Gemütlich – das fällt mir als Erstes zu diesem Wanderweg ein. Der Weg kommt – und das ist recht selten für Traumschleifen – ohne große Höhendifferenzen aus, er lässt sich prima ohne Anstrengung gehen – ein absoluter Weg zum Entschleunigen. Dabei hilft auch die wunderbare Natur und die herrlichen Panoramablicke.
Ein Weg nicht nur ohne Höhen sondern auch ohne großartige Höhepunkte – aber die braucht dieser Weg auch nicht, denn hier ist der Weg das Ziel – meiner Meinung nach absolut empfehlenswert für eine Frühlings- oder Herbstwanderung ohne Eile.
Die Schleife zum Keller See sollte man auf jeden Fall „mitnehmen“, die zweite Schleife ist landschaftlich sehr schön, muss man aber nicht unbedingt machen, wenn die Zeit oder Kondition nicht mehr reicht.

Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

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