Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

„Traumschleife“ Wind Wasser Wacken

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Herbstzeit – Zeit des Nebels im Tal und (hoffentlich) Sonnenschein auf der Höhe. Also, nichts wie raus aus Trier und hinauf auf die Höhe, heute Richtung Heidenburg in den Hochwald. Hier befindet sich eine ganz besondere „Traumschleife“ unter den vielen Premiumwanderwegen des Saar-Hunsrück-Steigs: Der Wanderweg „Wind Wasser Wacken“ verbindet die Schönheit und Ursprünglichkeit der Natur mit einer modernen Windkraftanlage. Ob das zusammen passt? Davon will ich mich heute einmal selber überzeugen …

    • „Traumschleife“ Wind Wasser Wacken – Rundwanderweg
    • ca. 10 km
    • Start: Wanderparkplatz K77/76 zwischen Heidenburg und Berglicht
    • Weg: Wald- und Wirtschaftswege, kaum Asphalt
    • Premiumwanderweg, ausgezeichnet mit 68 Erlebnispunkten (Deutsches Wanderinstitut)
    • Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittelschwer (keine nennenswerten Steigungen)
    • Höhepunkte: Berger Wacken, Themenweg Hunsrücker Windweg
    • GPS Download HIER

Es ist ein zweischneidiges Schwert – einerseits möchte natürlich jeder „saubere“ Energie, andererseits soll sie natürlich auch nicht die schöne Natur verschandeln. Die Traumschleife „Wind Wasser Wacken“ versucht hier, eine Brücke zu schlagen und beides zu verbinden.

Ich fahre also Richtung Heidenburg und finde mühelos den Wanderparkplatz, der sich direkt an der Einmündung der Kreisstraße 77 auf die Kreisstraße 76 unter einem – wie passend – imposanten Windrand befindet.

Im Jahr 2012 wurde hier der Themenweg Hunsrücker Windweg errichtet, zwei Jahre später entstand dann die neue Traumschleife, in die der Themenweg, zusammen mit dem Mineralwasser-Erlebnispfad rund um die Haardtwaldquelle, integriert wurde.

Am Wanderweg entlang gibt es neben Anschauungsmaterial auch viele Informationstafeln mit Wissenswertem zu den Themen Wind, Wasser und Klimaschutz.

Vom SWR wurde die Traumschleife zu einer der schönsten Wandertouren in Rheinland-Pfalz gewählt.

Trotz der Höhe, auf der ich mich nun befinde, sehe ich zu Beginn meiner Wanderung noch nicht sehr viel … der Nebel ist heute zäh und hält sich selbst hier oben bis in den späten Vormittag.  Aber auch das hat seinen Reiz. Von den mich umgebenden Windrädern sehe ich oft nur die Rotorblätter, die sich wie losgelöst im sich langsam auflösenden Nebel bewegen und durch den angrenzenden Nadelwald fallen die ersten Sonnenstrahlen fast mystisch auf den Boden.

Selbst die T- Shirts mit den Wappen der angrenzenden Gemeinden sind im Nebel kaum zu erkennen. Mit den Füßen wate ich noch in nebliger Suppe, nur weit oben, wo sich die Windräder drehen, scheint schon die Sonne. Tausende von Spinnweben begleiten mich entlang der dichten Ginsterbüsche am Wegesrand.

Ich gehe an Waldsaumwegen entlang über Wiesen und lichte Wäldchen. Unterwegs werden anschaulich die Dimensionen der Windräder verdeutlicht. Über Baumstümpfe hinweg kann man sich zum Beispiel horizontal die Höhe eines Windrads verdeutlichen.

Und wo hat man schon mal die Gelegenheit, ein Rotorblatt von nahem zu sehen?

„Rotorblatt zum Anfassen“

Der Weg führt nun weiter leicht bergauf durch ein Waldgebiet auf schmalen Pfaden Richtung Wacken.

Dann wird der Weg wieder breiter und endlich kämpft sich langsam die Sonne durch den Blätterwald.

Auf der Höhe wechseln sich blauer Himmel mit restlichen Nebelbänken ab.

Auf urigen Waldwegen geht es nun immer weiter Richtung Berger Wacken.

 

 

 

Auf  der  Nordwestseite des Wackens befindet sich  eine kleine Höhle, die einst Lagerplatz des Räuberhauptmanns Schinderhannes gewesen sein soll. Darum heißt das letzte Stück des Wegs Richtung Felsmassiv auch „Schinderhannes-Pfad“.

Dann geht es wieder in dichten Nadelwald hinein. Kurz vor dem Wacken verliere ich den Weg aus den Augen. Ob es an mir liegt? Oder ob der  Weg hier schlecht ausgeschildert ist? Ich sehe jedenfalls plötzlich kein Hinweisschild mehr und kämpfe mich etwas mühselig bis zu den hohen Felsen vor und erreiche schließlich das Felsmassiv inmitten eines wunderschönen Eichenwaldes, die mit Sonne übergossen vor mir liegen. Aller Ärger ist sofort verflogen…

Als und neu – eine Traumschleife der Kontraste – Wacken und Windräder

Der Berger Wacken ist der größte einer Reihe an die Oberfläche reichender Quarzitblöcke und einer der schönsten seiner Art im Hunsrück. Die Entstehung  der  Wacken geht zurück bis in das Zeitalter des Perm- Bei der Abkühlung  der Quarzgänge leisteten diese mehr Widerstand als der weichere sandigen Tonschiefer drumherum und somit bildeten sich beeindruckende Felsklippen.

„Schinderhanneshöhle“

Ich nehme Abschied vom Wacken und habe zum erstenmal ein wenig Aussicht. Im Dunst des Tals werden auf dem Weg zur Haardtquelle die ersten Dörfer sichtbar.

Wieder durch Waldgebiet – den Haardtwald – gehe ich weiter in Richtung „Haardtwaldquelle“. Für eine Weile treten nur der Windpark und seine Windräder in den Hintergrund, während es durch lichten Wald Richtung Quelle geht.

Begleitet werde ich hier vom Mineralwasser-Erlebnispfad mit Wissenswertem rund ums Thema Wasser. Die heilende Wirkung des Wassers aus der Haardtwaldquelle wurde schon 1780 entdeckt, jedoch erst 1964 erschlossen. Das Wasser der Mineralquelle ist stark eisenhaltig und färbt das Wasser kupferrot.

Begleitet von herrlichen Ausblicken in die nun nebelfreie Landschaft bis weit in den Hunsrück und an die Ausläufer der Eifel wandere ich weiter, entlang von Feldern und Wiesen, auf denen jetzt – Ende September – sogar noch viele Wild- und Wiesenblumen blühen. Ein herrlicher Anblick.

 

Der Weg dreht sich nun wieder Richtung Windpark – und wieder sind die Windräder allgegenwärtig.

 

Nach einem kleinen Wäldchen …

folgt dann ein schöner Wiesenpfad quer durch schöne, saftige Weisen mit den letzten Sommerblumen. Mittendrin eine Sinnesbank, die zum Verweilen und genießen des schöne Weitblicks einlädt.

Berglicht

Die Sicht reicht weit über Berglicht hinaus

Nach ausblickreichem Wegeverlauf macht der Weg an einer Eisbärmutter mit Kind einen Knick nach rechts und führt weiter bergan. Eisbären? Im Trierer Land? Sie symbolisieren im Rahmen des Windparks das Thema Klimaschutz.

Auf dem letzten Kilometer geht es wieder über Wiesenwege zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung – diesmal mit herrlichster Fernsicht.

 

FAZIT

„Wind Wasser Wacken“ ist ein Rundwanderweg für die ganze Familie. Er verzichtet auf komplizierte Pfade über Stock und Stein und auf kräftezehrende Anstiege sondern konzentriert sich ganz auf die Natur und die Thematik des Wanderwegs. Natürlich sind Windräder auf diesem Weg fast allgegenwärtig, schließlich durchquert man ja einen Windpark. Aber sie werden gut in den Weg eingebaut und das Thema wird einem sehr anschaulich nahegebracht. Also auf jeden Fall auch gut für Kinder geeignet. Dazu kommen schöne Waldpassagen, die Bergener Wacken und die herrliche Aussicht über den Hunsrück, so dass diese Traumschleife ein abwechslungsreiches, kurzweiliges Vergnügen ist.

 

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

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