Unterwegs im Trierer Land

An Obermosel, Saar und Ruwer

Igel – Zwischen Weltkultur und schroffen Felsen

4 Kommentare

Es ist wohl keine Übertreibung wenn ich behaupte, dass jeder Trierer (oder zumindest jeder Trierer, der ein Auto besitzt) den Ort Igel, ca. 10 km von Trier entfernt, kennt. Schließlich durchquert jeder Autobesitzer diesen Ort ein- oder (je nach Bedarf) mehrmals wöchentlich, um direkt hinter der luxemburger Grenze preiswert zu tanken oder Zigaretten zu kaufen.

Aber Igel ist weit mehr als nur ein Durchgangsort ins Steuerparadies, darum mache ich mich an einem sonnigen Sonntag im April auf, diesen Ort und seine Umgebung näher zu erkunden …

  • Rundwanderung
  • Weg: Asphalt, Wirtschaftswege, Waldwege
  • Länge: ca. 11 km
  • Sehenswürdigkeiten: Igeler Säule, Apfelbaumblüte am Liersberg, Aussicht von der Richardshöhe, Grutenhäuschen
  • leicht
  • Weitere Informationen: Karte mit 5 verschiedenen Wanderwegen rund um Igel als PDF-Download
  • Meine Strecke (Kombi aus RW1 und RW3) als GPS HIER

Über die Bundesstraße B49 bin ich von Trier aus in einer Viertelstunde in Igel. Mit dem Bus der Linie 3 ist Igel ebenfalls gut erreichbar.

Startpunkt in Igel ist ein kleiner Parkplatz unterhalb des Wahrzeichens von Igel, der „Igeler Säule“ (von der Hauptstraße nach links in die Moselstraße abbiegen, der Parkplatz befindet sich direkt an der Bushaltestelle). Leider sind die Parkmöglichkeiten äußerst begrenzt und vor allem an Sonn- und Feiertagen muss man schon Glück haben, einen freien Platz zu erwischen (eine Alternative wäre hier noch der Parkplatz am Klettergarten – siehe GPS).

Ich habe heute Gott sei Dank dieses Glück und schaue mir natürlich erst einmal das Weltkulturerbe „Igeler Säule“ etwas eingehender an.
Die „Säule“ ist ein 23 m hoher Obelisk. Es handelt sich hierbei um ein Grabmonument einer wohlhabenden römischen Familie von ca. 250 n. Chr. und ist das größte (ca. 23 m hoch) römische Pfeilergrab nördlich der Alpen. Sie enthält Reliefs aus dem Leben der Tuchmacher und andere Darstellungen römischer Lebensweise und griechisch-römischer Mythologie. Seit 1986 ist die Igeler Säule Teil des UNESCO-Welterbes Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier. Im Sommer 2014 wurde das Monument fachkundig gereinigt, restauriert und konserviert. (Quelle: wikipedia).
Selbst Herr Goethe war von der Igeler Säule begeistert, wie eine Schautafel rechts der Säule beweist.

Ich nehme nun die Treppenstufen hinter der Igeler Säule hinauf, an der kleinen Kirche vorbei und gewinne schnell an Höhe. Beim Blick zurück erhalte ich so einen schöne Aussicht auf Igel bis zur Mosel und darüber hinaus.

Igel – Oberhalb der Igeler Säule Blick auf die Mosel und Wasserliesch

Am Ende der Treppe gehe ich ein Stück nach links und nehme dann die Straße „Hohler Weg“ nach rechts, weiter den Berg hinauf. Ausgezeichnet ist der Beginn der Weg mit Igel3 bzw. Igel1. Wenn die Bezeichnung fehlt, kann man sich auch am „M“ des Moselhöhenwegs halten, der ein Stück des Wegs gleich verläuft.

Immer weiter geht es bergan, bis ich die letzten Häuser von Igel erreicht habe. Der Asphaltweg mündet schließlich in einen schmalen Waldweg. Immer noch sind die letzten Häuser von Igel zu sehen, die sich nun schon in einiger Höhe und mit schöner Weitsicht auf das Moseltal, an den Berg schmiegen.

Ich folge dem breiten Pfad durch lichten, lindgrün-frühlingshaften Wald. Das „Igel“-Schild weist den Weg, der nicht zu verfehlen ist. Noch immer führt der Weg moderat bergan Richtung Liersberg.

Seltener Anblick: Ein Reh äst am Wegesrand


Auf der Höhe trennt sich dann der Moselhöhenweg. Dieser verläuft weiter geradeaus Richtung Trier. Ich biege nach links ab. Der Wald endet an der Landstraße K1. Diese überquere ich und gehe auf einer Asphaltstraße durch die so genannte „Liersberger Viezallee“  („Viez“ nennt man bei uns den Apfelwein) weiter, wo sich die Apfelbäume aneinanderreihen.

Besonders schön ist diese Wegstrecke zur Zeit der Apfelbaumblüte im Frühjahr.

Nachdem ich eine große Wiese mit imposanten Galloway-Rindern passiert habe, weist ein Hinweisschild nach links Richtung „Grillhütte“. Ich verlasse für ein kurzes Stück den „Igel3“ Weg und gehe rechts an der Grillhütte vorbei durch schöne Landschaft, anstatt über den Asphaltweg weiter nach Liersberg zu laufen. Kurz vor Erreichen des ersten Aussichtspunkts kommen die beiden Wege wieder zusammen.

 

Auf der „Richardshöhe“ erwartet mich eine fantastische Aussicht mit Blick über das Moseltal bis nach Luxemburg.

Igel – Liersberg: Blick von der Richardshöhe

Aussicht von der „Richardshöhe“ auf Oberbillig und Wasserbillig

Blick auf Wasserliesch

Ein schmaler Pfad führt nun in luftiger Höhe durch berauschend weiß blühende Sträucher – ein Fest für alle die Sinne!

Weiter geht es entlang der Igeler Felsen. Die steilen Felsen aus Muschelkalk und Buntsandstein prägen dieses Gebiet. Die Aussicht ist einfach herrlich. Dann geht es langsam und in weitem Bogen über einige Serpentinen den Berg hinab.

Hier befindet sich auch ein Klettergarten des Alpenvereins Trier (Link). Grundsätzlich dürfen die Felsen auch nur von den Vereinsmitgliedern genutzt werden. Nichtmitglieder können aber einen Antrag zum Klettern stellen.

Nach dem Klettergarten und dem dazugehörigen Parkplatz biegt der Wanderweg „Igel 3“ zum „Grutenhäuschen“ ab. Der Aussichtspunkt „Igeler Sprung“ bietet unterwegs nochmals einen schönen Blick in die Landschaft.

Das „Grutenhäuschen“ ist ein kleiner Tempel mitten in den Weinbergen, der in 2001 aufwändig restauriert wurde.  Von der Richardshöhe war das „Grutenhäuschen“, mit rotem Dächlein in den Weinberg geschmiegt, bereits sehr gut zu erkennen (siehe hier). Das „Grutenhäuschen“ (Grut = Grotte) ist der am besten erhaltenen oberirdischen Grabbau nördlich der Alpen (mehr Infos) und liegt sehr pitoresk mitten in einem Weinberg. Wen es nicht stört, dass es sich um eine ehemalige Urnengrabkammer handelt – heiraten kann man hier übrigens auch.

 

 Grutenhäusschen bei Igel

Am „Grutenhäuschen“ vorbei führt der Weg nun weiter durch die Weinberge hinab. Lange Serpentinen schlängeln sich Richtung Restaurant-Pizzeria Löwener Mühle (Dienstag Ruhetag! Öffnungszeiten beachten!).

Unten angekommen unterquere ich die Bahntrasse und muss dann beim Überqueren der Straße etwas vorsichtig sein.

Der Moselradweg führt mich entlang der Mosel geradewegs zurück zum Parkplatz.

FAZIT:

Der Weg ist einfach zu gehen, gut ausgeschildert und sehr abwechslungsreich. Auf der Höhe bietet er spektakuläre Aussichten und mit der Igeler Säule und dem Grutenhäuschen auch etwas fürs kulturelle Know-How.  Auf jeden Fall eine empfehlenswerte Tour!

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Autor: Karin

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang von Goethe)

4 Kommentare zu “Igel – Zwischen Weltkultur und schroffen Felsen

  1. Hallo, auf der Suche nach Touren in meiner näheren Umgebung bin ich auf deinen Blog gestoßen. Am Ostersonntag sind wir Igel 1 gegangen und die Tour hat uns sehr gut gefallen. Leider fällt nach der Stille des Waldes auf dem Rückweg vom Grutenhäuschen der Lärm der Straße besonders auf. Der Hang hinter der Igeler Säule ist schön angelegt worden. Er lädt ein zum Verweilen und Schauen. Ich freue mich schon auf weitere Touren aus deiner Empfehlung.
    Sabine

    • Hallo Sabine!
      Danke für deinen Kommentar und die Info bezüglich der Igeler Säule. Ich werde den Weg in den nächsten Tagen auch nochmal gehen – jetzt ist ja gerade wieder mal Apfelbaumblüte, dann ist es besonders schön 🙂
      Viel Spaß noch bei weiteren Wanderungen im Trierer Land!
      Karin

  2. Hallo,

    auf der Suche nach einer Inspiration für neue Wandertouren in der heimischen Region bin ich gestern auf diese Seite gestossen und spontan sind wir mit Freunden eine Kombination aus Igel 1, Igel 3 und Igel 5 gelaufen.
    Danke für den guten Tipp – die anderen Beiträge werden wir auch noch durchlesen und den ein oder anderen sicherlich ausprobieren.

    Hinweise für andere Wanderer dieser Igel-Tour(en):
    – In Igel gibt es nahe des Startpunkts „Hohler Weg“ einen Parkplatz, wenn man gegenüber der Volksbank in die Moselstrasse abbiegt und dann die 1. wieder links. Etwas Geduld und Aufmerksamkeit braucht man jedoch beim Überqueren der Hauptstrasse.
    – Das Gasthaus/Restaurant „Löwener Mühle“ hat mittags von 15 bis 18 Uhr Mittagsruhe – auch am Wochenende (Stand: 16.05.2015)
    – Richtige Wanderschuhe sind nicht unbedingt erforderlich, festes Schuhwerk ist ausreichend.
    – Die von uns gelaufene Strecke von gut 13km hatte keine Stufen und kann auch mit dem Mountainbike befahren werden – Biker und Wanderer respektieren sich natürlich gegenseitig. 🙂

    • Hallo Sascha,
      freut mich, dass euch die Igel-Tour gefallen hat! Und herzlichen Dank für’s teilen Deiner Erfahrungen. Ich habe mir erlaubt, deinen Kommentar mit in den Text aufzunehmen, ich hoffe, das ist ok!? Und viel Spaß noch bei weiteren Touren im Trierer Land!
      Karin

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